Verhaltensweisen und die besondere Bedeutung von Zahlen

Im Vergleich zwischen HK und Mainland China fallen die innerhalb der chinesischen Gesellschaft großen Kulturunterschiede auf. HK-Chinesen sind grundsätzlich westlicher orientiert – nicht zuletzt eine Nachwirkung der britischen Kolonialherrschaft. 

Wer HK und Mainland China bereist hat, weiß: Die HK-Chinesen haben ihre eigene Kultur. Sie sind westlicher orientiert und die britischen Strukturen wirken nach. In den zentralen Bereichen der Stadt wird weitestgehend Englisch gesprochen und verstanden. Der Umgang ist ausgesprochen höflich und rücksichtsvoll. Es wird sich entschuldigt, statt nach Schuldigen zu suchen – und doch wird das „Gesicht“ gewahrt. Ein „Nein“ gibt es selten! An Bussen und im Supermarkt wird sich als Letzter in die Schlange angestellt und geduldig gewartet. Es wird selten gedrängelt oder gepöbelt. Auch wenn sich das Kantonesisch zuweilen danach anhört, als ob die Gesprächspartner streiten – meist ist es eine normale Konversation.
Die Menschen sind hilfsbereit. Werden sie in Englisch angesprochen und können nicht weiterhelfen, dann holen die Angesprochenen nach Möglichkeit jemanden dazu, der weiterhelfen kann. Sollte der Taxifahrer nicht das Ziel kennen oder nicht verstehen, macht es Sinn, über die Taxizentrale jemanden übersetzen zu lassen.

inhk-Tipp: Hilfreich ist die App HK Taxi Translator, mit der die meisten Ziele wie Gebäude, Hotels etc. übersetzt werden können. Alternativ dem Fahrer das Ziel in Google Maps zeigen. Die meisten Straßen- und Gebäudenamen sind auch in chinesischer Schrift hinterlegt.

Spucken, schmatzend mit offenem Mund essen, rülpsen oder sich in der Öffentlichkeit die Fingernägel abzuknipsen ist für Chinesen nicht unschicklich. Zwar ist das in HK nicht mehr so weit verbreitet, aber doch noch immer zu beobachten. Die Nase mit einem Taschentuch zu schnäuzen, finden Chinesen hingegen auch nicht appetitlich.

Chinesen nutzen Bus oder Bahnfahrten gern für ein kleines Nickerchen. In Bussen und Bahnen sind Essen und Trinken nicht erlaubt. Alles ist sehr sauber und Rücksicht wird großgeschrieben. Für Ältere, körperlich Benachteiligte, Schwangere und Frauen mit Kindern wird sofort aufgestanden. Die öffentlichen Verkehrsmittel wie auch Taxis sind auch nachts sehr sicher!

Zahlen spielen auch in der chinesischen Kultur eine große Rolle. Nicht nur, dass Chinesen sich Zahlen viel besser merken und damit umgehen können als Europäer, sie belegen auch immer die besten Platzierungen im internationalen Mathematikvergleich.
Es gibt gute (lucky numbers) und schlechte Zahlen (bad luck). Das kann zum einen mit bestimmten Homophonen zusammenhängen oder aber damit, dass diese Zahl in einem kulturellen Kontext gesehen wird:

1 steht für das Einzigartige, das Vollkommene, den Anfang und den Ursprung der Welt und aller Dinge.

2 ist eine gute Zahl, denn nach einem chinesischen Sprichwort sind alle guten Sachen ein Paar – Yin und Yang.

3 Das Wort für drei klingt auch wie das Wort für Geburt und ist dementsprechend positiv. Außerdem steht es für die Triade Himmel, Erde und Mensch.

4 ist ganz schlechtes Karma, denn in Pinyin klingt das Wort für vier ähnlich wie das Wort für Tod; und darüber spricht man nicht einmal, denn das bringt Unglück! In Hotels gibt es häufig keine Zimmernummern, in denen eine 4 vorkommt, die Aufzüge haben anstatt der 4. Etage eine 3A – und dann geht es mit der 5. Etage weiter. Selbst als Nummernschild am Auto oder als Telefonnummer will die 4 keiner haben.

5 wird mit den fünf chinesischen Naturelementen Wasser, Feuer, Erde, Holz und Metall in Verbindung gebracht und ist somit gut. Allerdings klingt die 5 in Pinyin auch wie das Wort für „nichts“ und „ohne“ und ist dann eher negativ.

6 ist gut, denn sie klingt im Kantonesischen wie das Wort für Wohlstand und im Hochchinesischen wie das Wort für Fluss oder flüssig und wird mit sprudelndem Gewinn gleichgesetzt.

7 ist gut – weil gleichklingend mit Aufstehen und Aufwachen.

8 ist die absolute Glückszahl. Ihre Bedeutung verspricht Reichtum und Wohlstand. So war China glücklich über den Start der Olympiade in Peking am 08.08.2008. Es werden auch gern Firmen oder Restaurants danach benannt – am besten noch Doppelglück 88!

9 wird mit dem Neun-Ränge-System des Kaisers von China in Verbindung gebracht. Die Beamten bekamen neun verschiedene Ehrenabzeichen. Des Weiteren hat der Drache der chinesischen Mythologie neun Kinder.

Leave a comment