Suzhou: Wasser im Überfluss

In der Provinz Jiangsu, nahe Shanghais, liegt am Kaiserkanal das „Venedig des Ostens“. Diesen Vergleich mit der italienischen Stadt verdankt Suzhou seinen zahlreichen Kanälen. Die rechteckig angelegte Altstadt wird von einem großen Kanal umschlossen und von schmäleren durchzogen. Fast die Hälfte des Stadtgebietes ist von Wasserflächen eingenommen.
Bekannt ist die Stadt mit ihrer mehr als 2.500 Jahre langen Geschichte aber auch als „Stadt der Gärten“.
 

Suzhou gilt als eine der schönsten Städte Chinas und ist Anziehungspunkt für Touristen aus dem In- und Ausland. Moderner Städtebau verbindet sich mit einer traditionellen Bauweise. Ein bekanntes chinesisches Sprichwort fasst die Attraktivität der Stadt zusammen: „Oben im Himmel ist das Paradies, unten auf der Erde die Städte Suzhou und Hangzhou“.

Im damaligen Kaiserreich war Suzhou als Seidenhauptstadt bekannt. Noch heute ist sie führend in der Seidenproduktion und mittlerweile auch zum Zentrum der Hightech-Industrie geworden. 1985 wurde Suzhou zur Sonderwirtschaftszone Chinas erklärt.

Sehenswürdigkeiten 
Gärten
Suzhous Gärten wurden in den vergangenen Jahrhunderten von reichen Beamten und Kaufleuten als Ort der Zerstreuung angelegt. Von der ursprünglich großen Anzahl an Gärten sind heute noch etwa 60 erhalten, neun davon haben den Status des UNESCO-Weltkulturerbes erlangt, zehn sind für Touristen geöffnet.
Feng Shui hat die chinesische Gartenkunst maßgeblich geprägt, Wasser und Steine sind meist das Hauptaugenmerk.

Zhuozheng Yuan, der Garten des bescheidenen Beamten, ist der berühmteste.  

Cang Lang Ting, der Pavillon der dunkelgrünen Wellen, ist einer der ältesten Gärten. Künstliche Hügel sind rings um einen Teich aufgetürmt, auf denen alte Bäume und Bambus wachsen. Die Halle Mingdaotang ist das größte Bauwerk in dem Garten. Die Westwand zeigt eingelegte flache Steinfiguren von mehr als 500 historischen Persönlichkeiten.

Liu Yuan, der Garten des Verweilens, liegt außerhalb der Stadtmauern und wurde vor etwa 500 Jahren angelegt. Er ist einer der vier klassischen Privatgärten und seit 1997 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er unterteilt sich in vier thematisch unterschiedliche Bereiche mit einer künstlich angelegten Kalksteinbergwelt, Teichszenerien, einem Bonsaigarten mit etwa 500 Exemplaren und einer Hügellandschaft mit Ahorn- und Pfirsichbäumen. Im Garten befinden sich 42 Räume, die mit einem überdachten Gang von 670 m Länge verbunden sind.

Wangshi Yuan, der Garten des Meisters der Netze oder auch Fischergarten genannt, ist der kleinste Garten der Stadt. Nur 0,6 Hektar groß, hat er die Struktur einer typisch offiziellen Residenz aus der Qing-Dynastie.
Nachts leuchten Laternen und heben die Konturen der Pavillons, Terrassen und Korridore hervor. Darsteller in lokalen antiken Kostümen inszenieren verschiedene Shows, wie z. B. die Kunqu-Oper (Suzhou-Oper). Interessant daran ist, dass diese Vorführungen in verschiedenen Pavillons inszeniert werden, sodass, wenn man einen anderen Raum betritt, eine ganz andere Show zu sehen ist.
Bevorzugt wird der Garten vor allem von Besuchern aus Übersee.

Shizi Lin, der Löwenwaldgarten, ist einer der schönsten Steingärten in Suzhou und rund 600 Jahre alt. Viele Felsen sehen wie Löwen aus oder haben eine ähnliche Form. Auch er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ferner hat er den Ruf, durch sein komplexes Labyrinth, in dem man sich verlaufen kann, der spaßigste Garten in Suzhou zu sein.

Museen
Seidenmuseum
1991 eröffnet, widmet es sich der Veranschaulichung der Herstellung von Seide und deren Entstehungsgeschichte. Ausgestellt werden auch historische Funde von Seidenstoffen und Kleidern.

Suzhou-Museum
Beherbergt in einem der bedeutendsten Gärten Suzhous, befindet sich hier die kostbare Sammlung lokaler Kunstwerke. Das Spektrum der Ausstellung reicht von buddhistischen Heiligtümern über Kalligrafie und Malerei bis hin zu Elfenbein und Keramik.

Tempel
Han Shan Si, der Tempel des kalten Berges, direkt am großen Kanal gelegen, ist das wichtigste Wahrzeichen der Stadt. Erbaut in den Jahren 502–519, wurde er nach Han Shan benannt, einem Mönch der Tang-Dynastie, der dort lebte.

Xuanmiao Guan, der Geheimnistempel, wurde 276 erbaut und zählt zu den wichtigsten daoistischen Tempeln Chinas. Die Sanqing-Halle des Tempels, aus der Zeit der Song-Dynastie, steht seit 1982 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.

Huqiu Shan, der Tigerhügel, gehört zu den TOP Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er steht unter Denkmalschutz. Da der Hügel nur 36 m hoch ist, könnte man meinen, er sei künstlich angelegt. Tatsächlich aber belegt die Geschichte, dass er schon vor 2.500 Jahren schon existiert hat.  

Linwu
Die Höhle beeindruckt mit ihrem Farbenspiel, das durch Lichteinflüsse entsteht. Besonders häufig erscheint die Farbe Blau, die sich mit Einflüssen in Gelb und Rot vermischt. Bestimmt wird das Bild dieses Höhlensystems zum einen durch flache Böden, zum anderen durch zahlreiche, erodierte Felsen. So entsteht ein einmaliges Bild der Landschaft des Untergrunds, das mit seinem Farbenspiel jeden verzaubert.
Die Höhle liegt auf der Insel Xishan inmitten des größten chinesischen Süßwassersees, dem Taihu-See.

Eine Bootsfahrt auf dem Kaiserkanal und eine Rikscha-Rundfahrt in der Altstadt sind ein MUSS!

Shopping
Seide, grüner Pi Luo Chun-Tee, Jade, Perlen und chinesische Kalligrafie. 

inhk-Tipp
Kaffeepause im MoMi Café&Bookstore. Hier gibt es den angeblich besten Kaffee Chinas, inmitten alter Bücher und Postkarten.
184 Pingjiang Road, Pingjiang District

Anreise
Direktflug mit mehreren Fluggesellschaften in 2,5 Stunden.
Ab Shanghai: 30 Min. mit dem Schnellzug.

ct

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