Sri Lanka

Sri Lanka – hier sollte die nächste Reise hingehen und ein Blick in den Wetterbericht bescheinigte unserem Osterreiseziel auch gute Aussichten. Für jeden sollte etwas dabei sein: Ein bisschen Zauber aus Indien, viele Farben, Gerüche, leckeres Curry, exotische Tiere für die Kids, eine Portion Kultur und eine weitere Stecknadel auf unserer Weltkarte …

Wir hatten im Vorfeld unsere Reiseroute grob geplant und Unterkünfte reserviert. Die einzelnen Streckenabschnitte wurden mit privaten Fahrern zurückgelegt. Diese müssen nicht fix und für die gesamte Dauer des Aufenthalts gebucht werden – jede Unterkunft hat eine ausreichende Auswahl an Fahrern, die für das jeweilige Weiterkommen zur Verfügung stehen. Diese Wechsel empfanden wir als äußerst angenehm, so bekam man doch immer wieder neue Eindrücke, Sichtweisen und Geschichten vom „fahrenden Reiseführer“ mit, und falls die Chemie mal nicht stimmte, saß beim nächsten Mal ein anderer am Steuer.

Mit dem Flieger ging es nach Colombo, von wo wir gleich weiter nach Negombo fuhren und die erste Nacht verbrachten. Um die Hauptstadt Colombo haben wir einen Bogen gemacht, für unsere Jungs (und uns selbst) schlichtweg zu hektisch.

Der erste Teil unserer Reise führte uns Richtung Osten durch das schöne Hochland mit den endlosen Teeplantagen und reich bestückten Gemüseständen links und rechts der Fahrbahn. Immer wieder mal eine Teefabrik, die zum Verkosten und für einen Rundgang mit kleiner Teekunde geöffnet ist. Wir machten für zwei Nächte halt im Städtchen Nuwara Eliya, wo wir genau an solch einer Führung und Verkostung der Teefabrik Pedro teilnahmen und so manch Interessantes über Tee erfuhren, z. B. war mir bislang nicht bekannt, dass grüner Tee und schwarzer Tee aus der gleichen Pflanze hergestellt werden, und erst die Bearbeitung der Blätter den Unterschied macht.

Es ging weiter nach Ella. Ein toller Ort zum Verweilen, mit netten Cafés, Restaurants und Ausgangspunkt für wunderschöne Wanderungen. Eine davon war auf den Little Adam’s Peak, mit herrlichem Blick auf die Umgebung. Anschließend haben wir uns noch eine Erfrischung im 98 Acres Resort & Spa gegönnt, sehr ruhig gelegen inmitten einer Teeplantage. Gerade in Ella gibt es schöne Homestays, die einfach und günstig sind, einen Einblick ins Familienleben der Einheimischen gewähren und deren große Gastfreundschaft aufzeigen. Außerdem wird man lecker bekocht! Wir fanden es klasse!

Ein weiteres Highlight in Ella ist die Arch Bridge, ein beliebtes Fotomotiv, über die einige Male am Tag der Zug rollt. Man kann sie auch zu Fuß überqueren. Auf alle Fälle hingehen! Eine der schönsten Eisenbahnstrecken verläuft zwischen Nanu Oya und Ella. Leider waren die Tickets schon lange im Voraus ausgebucht. Also schnell sein!

Wir reisten weiter Richtung Süden in den Uda Walawe National Park. Das Ziel – eine Safari. Es ging am nächsten Morgen um 6 Uhr los. Allerdings drängten sich am Eingang des Parks Dutzende weiterer Jeeps. Die Wahrscheinlichkeit den heiß ersehnten Leoparden zu sehen, rückte damit in weite Ferne … Dennoch: Viele Elefanten, sogar mit little Dumbo, Wasserbüffel, Vögel aller Art und Größe, Warane, Affen und sogar ein Krokodil konnten wir entdecken. Ein schönes Erlebnis, speziell für Kinder. Leider sprach unser Guide kein Wort englisch. Hier besser nach einem Erfahreneren Ausschau halten. So lässt sich vielleicht auch die etwas lästige Konvoifahrt durch den Park vermeiden.

Die Weiterfahrt führte nach Tangalle, wo uns tolle und entspannte Tage mit Strand und Meer erwarteten. Es war wunderschön. Sehr zu empfehlen die Tangalle Mangrove Chalets oder Tangalle Mangrove Beach Cabanas mit einem schier endlos erscheinenden Strand, der super sauber war. Ein faszinierendes Erlebnis war der Spaziergang im Dunkeln am Rekawa Beach, um die Riesenschildkröten zu sehen. Natürlich gehört ein bisschen Glück dazu, aber für den nicht gesichteten Leoparden wurden wir nun gleich mit zwei dieser Exemplare belohnt. Wir durften miterleben, wie die Schildkröten an Land kamen, sich riesige Mulden in den Sand schaufelten, um dort ihre Eier abzulegen.

Auf dem nächsten Abschnitt nach Galle passierten wir den Tempel Wewurukanuala Vihara mit der höchsten (50 m) sitzenden Buddhafigur im Land, den Leuchtturm Dondra Head Lighthouse und die berühmten Stilt Fishermen, die für ein paar Dollar für ein Foto auf ihre Stelzen klettern. Galle, dessen Altstadt mit ihrer Festung zum Weltkulturerbe zählt, ist ein absolutes Muss. Innerhalb der Mauern gibt es reichlich Geschichte aus der portugiesischen und holländischen Kolonialzeit zu entdecken. Gassen mit zahlreichen Geschäften, Boutiquen, Cafés und Restaurants laden zum Flanieren und Verweilen ein.

Zum Abschluss unserer Reise wollten wir den lieb gewonnenen Meeresschildkröten noch persönlich tschüss sagen. So bot es sich an, auf dem Weg zurück nach Colombo, einen letzten Tag am Indischen Ozean in Bentota zu verbringen und noch einmal in die Wellen zu springen.

Zehn Tage Sri Lanka lagen hinter uns und mit ihnen eine bunte Mischung voller bleibender Eindrücke, faszinierender Natur und Tierwelt und die Herzlichkeit der Menschen.

Nicole Häberlin

Leave a comment