Seoul: Jugendliche Vitalität und besinnliche Tradition

Die südkoreanische Metropole bietet neben bekannten Ausgehvierteln und Shoppingmöglichkeiten auch viel ruhige Teehäuser und von Gärten umringte Paläste. Wie man Tradition und Moderne kombiniert bleibt jedem selbst überlassen.

Hat man mal drei bis vier Tage Zeit und möchte dem Alltag entfliehen, ist eine Städtereise wohl eine der schönsten und schnellsten Möglichkeiten dafür.
Dreieinhalb Stunden fliegt man von Hong Kong nach Seoul. Somit ist ein Kurztrip schnell gebucht. Korean Air und Asiana Air fliegen direkt.

Die beste Reisezeit ist von Mitte/Ende April bis Mai und von September bis Ende Oktober. Von Mitte/Ende November bis manchmal einschließlich April kann man mit Schnee rechnen. In dieser Zeit ist es möglich, einen Tagesausflug in eines der ca. zwei Stunden entfernten Skigebiete zu unternehmen.

Kommt man am Incheon International Airport an, ist die schnellste Möglichkeit in die Stadt zu kommen der A’Rex Express, ein Schnellzug, der in 45 Minuten in Seoul ist und ca. 58 HK$ kostet. Ein HK$ entspricht 140 koreanischen Won.

Hotels gibt es in allen Preisklassen. Die Menschen sind sehr offen und freundlich, jedoch kommt man mit Englisch hier nicht weit. Wenn man sich nicht gerade mit Händen und Füßen durchschlagen will, sind die zahlreichen Touristeninformationen der Stadt äußerst hilfreich.

Um von A nach B zu kommen kann man zwischen U-Bahn, Bus und Taxi wählen, jedoch ist vorwiegend die U-Bahn zu empfehlen, da die anderen beiden Möglichkeiten Sprachkenntnisse erfordern.

Kunst, Kultur und Shopping Malls
Wer sich für die Geschichte Seouls interessiert, sollte auf jeden Fall einen der fünf Paläste besuchen. Zu empfehlen sind hier vor allem der Gyeongbokgung, der Changdeokgung und der Deoksugung.Kunstinteressierte sind rund um die Universitäten gut aufgehoben, denn dort finden sich in vielen Shops kleine Kunstwerke.

Seoul hat viele Einkaufsmöglichkeiten, je nach Lust und Laune kann man entweder Märkte besuchen oder in eines der zahlreichen Einkaufszentren gehen. Der Dongdaemun-Markt und die Zentren rundherum geben einem fast die Möglichkeit 24 Stunden durch zu shoppen. Kreditkarten werden überall genommen, wenn man jedoch bar zahlt, kann der Preis um ein paar Prozente sinken, da sich die Verkäufer somit die Kreditkartengebühr ersparen.

Kimchi, Bibimbab und andere Leckereien
Korea hat eine sehr vielfältige Küche, wobei je nach Jahreszeit gewürzt wird.
Kimchi, der in Chili und Fischsoße eingelegte Kohl, darf auf keinem Tisch fehlen. Und apropos Tische; die sind meist so niedrig, dass man beim Essen auf dem Boden sitzt.
Probieren sollte man auf jeden Fall Korean BBQ (Gogigui), ein Erlebnis für alle Sinne.
Außerdem gibt es auch sehr interessante Köstlichkeiten wie beispielsweise Bibimbab, was auf Deutsch so viel wie „durcheinander“ heißt.

Oppa Gangnam Style
Clubs, Bars und andere Ausgehmöglichkeiten gibt es in Seoul unzählige. Man könnte fast meinen, jeder der 25 Stadtteile hat seine eigene Vergnügungsmeile.
Besonders bekannt ist hier die Gegend Gangnam, welche dem weltbekannten Song „Gangnam-Style“ seinen Namen gab. Das wohlhabende Viertel ist architektonisch sehr westlich geprägt und das Publikum in den Clubs und Bars ist sehr jung. Interessant zu beobachten ist das sogenannte “booking”. Junge koreanische Männer beauftragen den Kellner, Mädels von einem anderen Tisch anzusprechen und sie zu fragen, ob sie sich zu der Gruppe von Männern dazusetzen möchten.
Verstehen sich alle gut, verbringt man einen netten Abend, wenn nicht, verabschiedet man sich höflich und geht seiner Wege.

Das Uni-Viertel rund um die EWHA Womans University und die Hongik University ist auch ein toller Ort zum Ausgehen. In den Bars, Cafés und Clubs tummeln sich Menschen verschiedenster Nationen. Wer auf Live-Musik steht, ist dort sehr gut aufgehoben.

In der Ruhe liegt die Kraft
Sehnt man sich nach all dem Trubel dann doch nach ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit, kann man einen Temple Stay buchen. Das heißt, man verbringt eine Nacht im Tempel, nimmt an buddhistischen Ritualen teil und kann so richtig abschalten. Ein Highlight ist die sogenannte Dado, eine Teezeremonie mit den Mönchen, die man als Ausklang dieser Reise in vollen Zügen zelebrieren kann.

inhk-Tipp: Da die Internetverbindung oft auch in Hotels nicht allzu rosig ist, kann man sich am Flughafen im OLLEH Shop quasi ein Wifi-Gerät to go mieten. Die Kosten belaufen sich, je nach Gerät, auf ungefähr 58 HK$ pro Tag. Fünf mobile Enderäte können damit ins Netz.

Claudia Chruszczyk

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