Rundreise durch das bezaubernde Myanmar

Erst seit 2011 hat das ehemalige Burma und heutige Myanmar eine Präsidentin, die nicht dem Militär angehört: Das Land stand von 1962 bis zu dem offiziellen Ende in 2011 unter Militärherrschaft, die im Jahre 1989 mit der Namensänderung versuchte, die koloniale Vergangenheit abzuschütteln. Zuvor, genauer seit dem 19. Jahrhundert, unterlag Burma (auch: Birma) nämlich der Kolonialherrschaft der Briten. Einige westliche Länder verwenden weiterhin beide Namen. Seit der Öffnung für den Tourismus hat ein wahrer Run auf das Land eingesetzt und es wird empfohlen, das Land zu bereisen, solange es noch seine Ursprünglichkeit hat.

Für die Anreise entscheiden wir uns für den 3-Stunden-Direktflug nach Yangon (Rangun), um unsere Rundreise zu beginnen. Der Gesamteindruck: Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, die Straßen häufig verstopft, die Kolonialbauten hübsch anzusehen, allerdings zum Teil sehr verfallen.

Sehenswert ist die Sule Pagode im Zentrum der Stadt. In der Altstadt finden sich noch heute etliche Tempel, Moscheen, Kirchen sowie einige Gebäude, die aus der Kolonialzeit stammen.

Das Highlight ist die, der Legende nach, mehr als 2.500 Jahre alte mit Gold und Edelsteinen verzierte Shwedagon Pagode. Hier müssen Knie und Schultern bedeckt werden und das Gelände darf nur barfuß betreten werden. Einen Besuch wert ist der Bogyoke Aung San Markt und der goldene Schrein Shin Upagot auf dem Kandawgyi See.

Einige Male essen wir an Straßenständen, die es zuhauf in allen Städten des Landes gibt. Das burmesische Essen ist wie die Einwohner des Landes, eine bunte Mischung aus den angrenzenden Ländern Thailand, Laos, Bangladesch, China und Indien.

Tipp: Das französische Restaurant ‚Le Planteur‘ und das zentral gelegene Boutique Hotel „The Loft Hotel“, das sich in einem ehemaligen Fabrikgebäude befindet.

Unsere zweite Station ist Mandalay. Bei der Ankunft am Flughafen gibt es keine Taxis, deshalb ist es wichtig, den Transfer in die Stadt vorab zu organisieren.
Zunächst wirkt die Stadt mit Kutschen und Kühen auf den Straßen einfach und dörflich, aber der eigentliche Stadtkern ist laut, stinkig und schmutzig. Allerdings ist es interessant, den Mandalay Hill zu besteigen und die schönen Pagoden und Klöster zu besichtigen.

Das buddhistische Kloster Shewe In Bin Kyaung und die Pagode Mahamuni Paya sind besonders herausragend. Zum Sonnenuntergang sind wir auf der längsten Teakholzbrücke der Welt. Die U-Bein-Brücke führt 1,5 km über den Taungthaman See in Amarapura. Es ist wichtig, rechtzeitig dort zu sein, weil viele Touristen dem Naturschauspiel beiwohnen wollen.

Restaurantempfehlung: „Rainforest“, ein antikes Thai Restaurant mit Flair – gut aber nicht günstig.

Wir haben uns für Reisen statt Rasen entschieden und nehmen für unser nächstes Ziel von Mandalay nach Bagan die Fähre. Weil es keine Platzreservierungen gibt, ist es wichtig, zeitig zum Check-in an Bord zu sein. Die Fahrt dauert ca. 10 Stunden und bietet eine idyllische Aussicht: Frauen waschen ihre Wäsche und baden ihre Kinder im Fluss, die Menschen versorgen ihre Tiere, beladen Schiffe oder kleine Boote – und wir fahren an vielen Pagoden und Klöstern vorbei.

Pünktlich zum Sonnenuntergang legen wir in Bagan an. Am sogenannten Hafen warten bestellte Fahrer, Taxis und kleine Kinder, die Souvenirs verkaufen. Bei den Preisverhandlungen für ein Taxi erfahren wir schlagende Argumente wie: „Ich habe vier echte Reifen“. Unser 6 US$ Angebot entpuppt sich als Pferdkutsche! Das Hotel „Amazing Bagan“ ist etwas außerhalb, hat leider abgewohnte Zimmer, aber eine schöne Gartenanlage. Das Abendessen im „Be Kind to Animals Restaurant“ ist gut.

Bagan ist als eine der größten archäologischen Stätten Südostasiens – das touristische Highlight Myanmars. Auf 36 Quadratkilometern erstrecken sich über 2.000 Sakralbauten aus verschiedenen Jahrhunderten.

Aber das absolut beeindruckende Highlight ist die Ballonfahrt am folgenden Tag. Um 5.30 Uhr werden wir abgeholt. Die Fahrt ist kurz. Als die Sonne aufgeht, haben wir eine wundervolle Sicht über die Pagoden der Altstadt Bagans. Der Preis ist mit 320 US$ hoch, aber jeden Cent wert. Den nicht weniger beeindruckenden Sonnenuntergang erleben wir nach Besichtigung der Tempelanlage an der Pyat That Gyi Pagode.

Am nächsten Tag fliegen wir nach Heho. Wir wohnen im „La Maison Birmane“. Das einzige Boutique Hotel in der Region ist eine echte Oase.
Hier machen wir eine achtstündige Bootsfahrt auf dem Inle See, der im Shan Staat liegt. Der von den Shan Bergen umgebene nur 2–3 m tiefe See liegt auf einem Plateau von 875 m Meereshöhe und hat eine Ausdehnung von 22 km Breite und 11 km Länge.
Der Inle See ist die Heimat der Inthas, die am Ufer ihre Dörfer auf Pfahlbauten errichtet haben und für ihre einbeinige Rudertechnik berühmt sind – ein wirklich beeindruckendes Schauspiel. Sie pflanzen und ernten Blumen und Gemüse in ihren einzigartigen schwimmenden Gärten auf dem See, die sie vom Kanu aus bearbeiten. Ein besonderer Tipp für das Mittagessen ist das „Inthar Heritage House“ mit seinen wunderschönen Gartenanlagen. Reservierung erforderlich!

Auf unserer letzte Etappe wollen wir noch etwas Strandurlaub machen und fliegen zum eine Flugstunde entfernten Ngapali Beach im Süden Myanmars. Rechtzeitig buchen, denn es gibt nur wenige Hotels! Am kilometerlangen Strand ist man, von einigen Obstverkäuferinnen abgesehen, ungestört. Empfehlenswert ist ein Abendessen im “Sandoway Resort”.

Es ist zu hoffen, dass Myanmar die bezaubernde Kultur und die Freundlichkeit der Menschen, trotz des einsetzenden Massentourismus, erhalten bleibt.

Internationaler Flug: Dragonair
Nationale Flüge: Air Bagan und Air KBZ

Ballonfahrt in Bagan: Ballon over Bagan und Eastern Safaris
Sehr empfehlenswert! 3 Monate vorab buchen!

Fähre nach Bagan: Myanmar River Cruises

1,5 Std. Zeitverschiebung

Währung: Kyat. Vor Ort in den größeren Städten Geld tauschen. US$ Scheine – müssen allerdings neu aussehen.

Beste Reisezeit: November bis Februar

Valea Vadaleau

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