Raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer

An den internationalen Schulen in Hong Kong gehört der Wechsel des Personals zum Alltag. Lehrer kommen, Lehrer gehen, so auch an der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule GSIS. Mit Ulrich Weghoff gibt es dort seit dem neuen Schuljahr einen neuen Schuldirektor, und neu ist auch Wiebke Langer, sie leitet die deutsche Sekundarstufe. Das inhk Magazin hat mit beiden über ihr An- und Fortkommen in Hong Kong gesprochen. 

inhk: Herr Weghoff, was haben Sie gemacht, bevor Sie nach Hong Kong gekommen sind?
Ulrich Weghoff: In den vergangenen fünf Jahren habe ich die German International School New York geleitet.

inhk: Warum der Wechsel nun nach Hong Kong?
Weghoff: Da ich zusammen mit meiner Frau – die ebenfalls Lehrerin ist – und unseren drei Kindern bereits sieben Jahre in Singapur gelebt habe, wo ich an der German European School Singapore tätig war, hatten wir gewissermaßen noch einen Koffer in Asien. Die GSIS ist eine ganz besonders reizvolle Auslandsschule aufgrund ihrer ausgezeichneten Reputation, ihrer Größe, ihrer zwei Zweige und der damit verbundenen Herausforderungen, Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten. Für meine Frau und mich war es ein Wink des Schicksals, die Möglichkeit erhalten zu haben, an dieser herausragenden Schule zu arbeiten.

inhk: Sie sind noch nicht allzu lange hier – aber was ist Ihr erster Eindruck?
Weghoff: Ich bin erst seit wenigen Wochen hier, in denen ich Stadt und Schule bereits intensiv kennengelernt habe. Unser erster Aufenthalt in einem Serviced Apartment in Sheung Wan, unsere zweite Station, ein Hotel in Causeway Bay, sowie auch unser endgültiger Hafen in Stanley haben uns die Stadt von sehr verschiedenen Seiten gezeigt. Und gerade diese Unterschiedlichkeit der Stadtteile, die Lebendigkeit der Straßen, die Vielfalt der Lebensweisen, der Kontrast von Moderne und altem Hong Kong, Meer und Bergen, Stadt und Natur bieten unzählige Eindrücke und interessante Wahrnehmungen.
Da ich bereits viel in Asien unterwegs war, gibt es sozusagen keinen wirklichen Ersteindruck. Dennoch beeindruckt Hong Kong, und ich freue mich auf die vielen weiteren Entdeckungsmöglichkeiten, die diese Stadt bietet.

inhk: Was erhoffen Sie sich von Ihrer Zeit hier?
Weghoff: Die kommenden Jahre werden sicherlich deutlich überwiegend von meiner Tätigkeit als Schulleiter der German Swiss International School geprägt sein. Ich wünsche mir beruflich, dass ich erfolgreich zu deren Weiterentwicklung beitragen kann und es mir zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen des Senior Managements, der Lehrkräfte, der Administration und des Vorstandes gelingt, eine bereits außerordentlich erfolgreiche Schule noch weiter zu entwickeln.
Privat wünsche ich mir interessante und schöne Begegnungen mit den Menschen, die hier leben und arbeiten sowie von diesen interessante Tipps für das Eintauchen in die Vielfalt und Geheimnisse dieser besonderen Stadt. 

Bio Ulrich Weghoff
Ulrich Weghoff hat, wie er sagt, „das sechzigste Lebensjahr überschritten“ und zählt sich daher zu den „erfahreneren Herren“. Seine Frau ist Lehrerin für Deutsch und Ethik, er selbst unterrichtet Deutsch, Ethik und Sport – und so sind sie alle beruflichen Stationen gemeinsam gegangen: Berlin, Singapur, New York, Hong Kong. Die drei Töchter leben „inzwischen glücklich verheiratet“ in Deutschland und haben das Ehepaar Weghoff mit bisher drei Enkelkindern beglückt.

inhk: Frau Langer, was haben Sie gemacht, bevor Sie nach Hong Kong gekommen sind?
Wiebke Langer: Ich habe in München gelebt und gearbeitet. Die Idee, in den Auslandsschuldienst zu gehen, war schon lange da, brauchte aber viel Zeit, um zu reifen. Jetzt sind wir in der glücklichen Lage, dass sich die richtige Gelegenheit ergeben hat.

inhk: Warum haben Sie sich die deutsche Schule in Hong Kong ausgesucht?
Langer: Die GSIS ist mit ihren beiden Zweigen und dem internationalen Umfeld eine besondere Auslandsschule. Sie genießt einen hervorragenden Ruf und bietet ein sehr attraktives Arbeitsumfeld. Ich freue mich, das Leitungsteam der GSIS verstärken zu dürfen. Neben der Leitung der deutschen Sekundarstufe habe ich auch die Aufgabe übernommen, Geografie auf Englisch zu unterrichten. Der Ansatz, Fachunterricht bilingual oder in einer Fremdsprache zu unterrichten, liegt in Hong Kong ja sehr nahe. Die GSIS bietet damit den Schülerinnen und Schülern des deutschen Zweiges die Möglichkeit, ihre Sprachkompetenz in Englisch zu erweitern und zu vertiefen. Für mich ist diese Aufgabe sehr reizvoll, zumal der bilinguale Sachfachunterricht in Bayern (noch) keinen besonders hohen Stellenwert genießt. Das ist von Bundesland zu Bundesland aber sehr unterschiedlich. Nach nur kurzer Zeit an der GSIS kann ich sagen, dass es mir große Freude bereitet, die Schülerinnen und Schüler hier zu unterrichten.  

inhk: Sie sind noch nicht allzu lange hier – aber was ist Ihr erster Eindruck?
Langer: Es ist nicht so einfach, meine ersten Eindrücke in wenigen Worten zusammenzufassen. Ich hatte mir Hong Kong eigentlich lauter und beengter vorgestellt. Aber dadurch, dass die Hochhäuser nicht alle in Reih und Glied stehen und dass Hong Kong Island so bergig ist, eröffnen sich einem immer wieder Blicke in die Ferne, auf den Hafen oder auf die Inselwelt. Das ist wunderschön und war mir vorher so nicht bewusst. Was mir auch sehr gut gefällt, ist das Nebeneinander von Tradition und Moderne: MTR und Ding Ding, klimatisierte Shopping Malls und kleine Haushaltswarengeschäfte in Central, die alles Notwendige auf kleinstem Raum anbieten, von der Armatur bis zur einzelnen Schraube. Und natürlich ist das internationale Flair einfach toll. 

inhk: Was erhoffen Sie sich von Ihrer Zeit hier?
Langer: Beruflich gesehen ist meine neue Position mit vielen unterschiedlichen Aufgaben verbunden. Das ist eine Herausforderung für mich, die ich sehr spannend finde und der ich mich gerne stelle. Und ich habe so die Gelegenheit, meinen beruflichen Horizont zu erweitern. Die Ressourcen, die eine Privatschule bietet, sind vielfältig und hochmodern. Es gibt genug Material, die Technik funktioniert. Das ist wunderbar. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen deutschsprachigen Bildungssystemen sowie der Austausch mit Lehrkräften aus dem englischen Zweig sind sehr wertvoll. Für uns alle bietet die Arbeit an der GSIS die Möglichkeit, gemeinsam Ideen und Konzepte zu entwickeln, die unsere Schülerinnen und Schüler und die Schule insgesamt weiterbringen.
Für uns als Familie war die Entscheidung, nach Hong Kong zu gehen zunächst ein großer Schritt, heraus aus unserer vertrauten Komfortzone, hinein in ein Abenteuer. Nach nur wenigen Wochen kann ich aber sagen, dass wir gut angekommen sind und uns schon gut eingelebt haben. Wir freuen uns, hier die asiatische Kultur etwas näher kennenlernen zu können. Hong Kong ist eine faszinierende Stadt, die uns alle begeistert.  

Bio Wiebke Langer
Die familiären Wurzeln von Wiebke Langer liegen in Norddeutschland; sie ist aber in Franken aufgewachsen und hat in Erlangen studiert. Während des Studiums war sie ein Jahr als Assistant Teacher in England und ist nach dem Referendariat nach München gegangen. Dort hat sie ihre erste Stelle als Gymnasiallehrerin angetreten. Sie hat 17 Jahre lang an einem Gymnasium im Raum München gearbeitet, war dort Fachkoordinatorin für Englisch und Mitglied der erweiterten Schulleitung. Ihre Fächer sind Englisch und Geografie. Wiebke Langer ist 45 Jahre alt und gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Töchtern (sieben und zehn Jahre) nach Hong Kong gekommen.

sb

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