Peking: Die Hauptstadt Chinas

Pekings chinesischer Name Běijīng bedeutet nördliche Hauptstadt. Die Stadt hat eine über 3.000 Jahre alte Geschichte. Mehrere Jahrhunderte war sie auch die Hauptstadt des chinesischen Kaiserreichs.

Laut der Forbesliste der World’s Most Expensive Cities To Live ist die 21,5 Millionen Einwohner-Stadt eine der teuersten Städte der Welt. Die Luftqualität gilt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit als eine der schlechtesten. Dennoch ist Peking unbestritten einer der meistbesuchten Orte der Welt.

Sehenswürdigkeiten

Tiananmen Square – Der Platz des Himmlischen Friedens
Mitten im Zentrum gelegen, ist er ein historischer Ort für riesige Paraden und Versammlungen:

  • China erhielt im Versailler Vertrag die Hoheit über die ehemaligen deutschen Pachtgebiete in der Provinz Shandong nicht zurück; die Region wurde einem japanischen Protektorat unterstellt. Dagegen demonstrierten im Mai 1919 über 3.000 Studenten.
  • Im Jahr 1949 verkündete der Vorsitzende der Kommunistischen Partei die Gründung der Volksrepublik China.
  • Am 4. April 1976, einem Tag vor dem chinesischen Totengedenktag, hatte die Bevölkerung zu Ehren des kurz zuvor verstorbenen Ministerpräsidenten Zhou Enlai Kränze und Blumen auf den Tian’anmen-Platz gebracht. Wegen innerparteilicher Auseinandersetzungen wurden diese in der Nacht von Sicherheitskräften entfernt, wogegen am folgenden Tag Tausende protestierten. Diese friedliche Demonstration wurde von Polizei und Militär gewaltsam aufgelöst.
  • Das Tian’anmen-Massaker am 4. Juni 1989 war das blutige Ende monatelanger Proteste der chinesischen Demokratiebewegung; es starben zwischen 300 und 3.000 Menschen.

Das Tor des Himmlischen Friedens, an der Nordseite des Tian’anmen-Platzes, ist der Haupteingang zur Verbotenen Stadt, dem Kaiserpalast in Peking. Es erscheint auch im Staatswappen der Volksrepublik China.
Sehenswert ist die Zeremonie des Hebens und Senkens der chinesischen Nationalflagge. Sie findet täglich zu Sonnenaufgang und -untergang statt.

Verbotene Stadt
Hier lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming (1368–1644) und Qing (1644–1912). Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt – was den Namen Verbotene Stadt erklärt.
Die Verbotene Stadt im Zentrum Pekings stellt ein Meisterwerk der chinesischen Architektur dar. Auf über 250 Hektar wurde diese riesige Schlossanlage mit über 9.000 Zimmern zwischen 1406 und 1420 errichtet. Ihre Anlage entsprach der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher: Ein annähernd rechtwinkliger Grundriss – ausgerichtet entsprechend dem Prinzip von Yin und Yang an der Nord-Süd-Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich u. a. die Paläste der Herrscher. Die Dächer der meisten Hauptgebäude waren teilvergoldet und mit in Gelb, der Symbolfarbe des chinesischen Kaisers, glasierten Ziegeln gedeckt. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen.
Sie beherbergt heute das Palastmuseum Peking. Bis zu den Olympischen Spielen 2008 wurde die Anlage umfassend restauriert. Seit 1987 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.
In dem Spielfilm „Der letzte Kaiser“ ist die Verbotene Stadt Schauplatz der Geschehnisse.

Himmelstempel
In den letzten fünf Jahrhunderten war der Tempel eine der heiligsten Stätten für ganz China. Hier beteten die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr für eine gute Ernte.
In der weiträumigen, durch eine doppelte Mauer umgebenen Tempelanlage befinden sich neben mehreren Tempelgebäuden auch eine einzigartige Reihe von Jahrhunderte alten Bäumen wie Zypressen, Wachholder- und Pagodenbäumen. Diese Bäume flankieren die mit 1.200 Metern wohl längste Tempelanlage der Welt.

Sommerpalast
Der Palast, im Nordwesten der Stadt, war für die Kaiser der Qing-Dynastie im heißen und stickigen Sommer der Rückzugsort aus der Verbotenen Stadt. Der große Park, in dem sich der Palast befindet, wurde schon in früheren Dynastien angelegt und erweitert. Kaiser Qianlong ließ den Palast erbauen. Cixi, seine Witwe, ließ ihn zweimal umbauen. Der seit dem Jahr 1998 als Weltkulturerbe gelistete Sommerpalast vereint das meisterliche Design und die kunstvolle Architektur auf dem Höhepunkt chinesischer Gartenkunst. Der „Garten der Harmonischen Einheit“ gilt heute als der größte und besterhaltene klassische Garten in China.

Olympiastadion
Das Olympiagelände im Stadtteil Chaoyang wurde für die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking gebaut. Das bekannteste Bauwerk des Olympiaparks ist das unter dem Namen „Vogelnest“ bekannte Stadion. Es bietet Platz für über 90.000 Besucher. Das nationale Schwimmzentrum ist, wegen seiner eindrucksvollen Architektur, bekannt als der „Wasserwürfel“. Es hat eine Kapazität für 17.000 Zuschauer. Nach den Olympischen Spielen wurde die Anlage umgebaut und ist heute ein öffentlich zugänglicher Wasserpark.

Chinesische Mauer – Ein MUSS für jeden Besucher
Die historische Grenzbefestigung, die das chinesische Kaiserreich vor nomadischen Reitervölkern aus dem Norden schützen sollte, erstreckt sich über 21.196,18 km. Mit ihrem Bau wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. begonnen. Sie gilt als das größte Bauwerk der Welt.
Der nördliche Teil Pekings hat auf 600 km acht Abschnitte, wovon die meisten gut erhalten sind.

inhk-Tipp
Simatai Great Wall

In Ruhe entlang der Mauer, abseits vom Touristenstrom wandern: 12 km von Jinshanling nach Simatai.

Anreise: Bus Nr. 970 nach Miyun und von dort weiter mit dem Taxi.
Rückreise: Bus Nr. 12.

Hutongs
Als Hutongs werden die typischen traditionellen Gassen mit ihren Wohnhöfen bezeichnet, die während der verschiedenen Dynastien um die Verbotene Stadt herum gebaut wurden. Pekings Hutongs gelten als die charakteristischsten ihrer Art in ganz China. 2005 gab es noch etwa 3.000 Hutongs, in denen fast die Hälfte der Stadtbewohner lebte. Aufgrund der Umgestaltung des Stadtzentrums werden sie zunehmend seltener. Auf der Fläche eines Hutongs mit traditionell meist einstöckiger Bebauung lassen sich in moderner Geschossbauweise wesentlich mehr Wohnungen unterbringen.
Zahlreiche Fahrradtouren zur Erkundung der Hutongs werden angeboten.

Kulinarische Spezialitäten
Nirgendwo in China ist die kulinarische Vielfalt größer als in Peking. Neben allen chinesischen Küchen sind hier auch nahezu alle asiatischen und die meisten Weltküchen vertreten. Doch Peking selbst besitzt auch eine eigene Kochtradition mit Spezialitäten wie Pekingente und mongolischem Feuertopf.
Die Pekingente besteht aus kleinen Fleischstücken, die in süße Schwarzbohnensoße getunkt und anschließend mit gehackten Frühlingszwiebeln in eine Art Mehlteigtasche gerollt werden.
Beim mongolischen Feuertopf werden in einen Topf mit kochender, sehr scharfer Brühe in Streifen geschnittenes Hammelfleisch sowie Garnelen, Kohl, anderes Gemüse und Nudeln gestippt. Die Suppe wird anschließend getrunken.

Adaptationen
Die Hunderasse Pekingese ist nach der Stadt benannt.

Unterkünfte
Budget sowie 5-Sterne Hotels.

Anreise
Direktflüge mit verschiedenen Fluggesellschaften (3,5 Std.).
Reisepass und Visum sind erforderlich!

ct

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