Öko ins Haus

Home Delivery, das Liefern der Lebensmittel bis vor die Wohnungstür, ist anders als in Europa, in Hong Kong gang und gäbe. Und vielfach auch gar nicht anders möglich, will man (oder frau) nicht bepackt wie ein Esel voller Toilettenpapierrollen, Waschmittelpackungen, Mineralwasserflaschen und Müslitüten nach Hause wanken. Also wird vieles bis alles im Internet in den üblichen Hong Konger Supermärkten bestellt.

Aber was ist eigentlich mit „Organics“? Gemüse und Obst aus ökologischem Anbau? In Deutschland gibt es seit vielen Jahren die Gemüsekiste, und wer gerne und gesund kocht, schwört auf das Grünzeug, das direkt vom Bauern, am liebsten noch vom Öko-Landwirt, vor die Tür geliefert wird.

Doch auch wer in Hong Kong lebt, muss darauf nicht verzichten. Es gibt eine Reihe von Anbietern, entstanden vielfach aus der Frustration heraus, dass frische Lebensmittel in den Hong Konger Supermärkten Mangelware sind. So riefen etwa vor zwei Jahren drei Mütter, Naoko, Annamaria und Charlotte, EatFresh ins Leben. „Auf der Suche nach frischen Lebensmitteln sind wir in die New Territories gefahren und haben Bauern besucht. Was wir dort entdeckt haben, war eine neue Welt nachhaltig wirtschaftender Farmen. Alles war so frisch und voller Geschmack“, heißt es auf der Website. Die Lebensmittel – alle von Bauernhöfen, die nach den Standards der International Federation for Organic Agriculture Movements wirtschaften – können online bestellt und nach Hause geliefert werden. Wer will, kann seine persönlich zusammengestellte Gemüsekiste an zwei Tagen in der Woche an ausgewählten Punkten abholen.

Ähnlich funktioniert Homegrownfoods. Die Farmen sind vom Hong Kong Organic Resource Center zertifiziert, die Farm in China hat eine Ökolizenz, die von einem deutschen Institut vergeben wird. Zur Wahl stehen eine Western Box, eine Chinese Box und eine Mischung aus beidem, jeweils in drei verschiedenen Größen.

Evergreens Republic nutzt die Technik der Aquaponik, um in den New Territories eine Farm zu betreiben. Dabei werden in Behältern Fische gezüchtet und oben drüber Nutzpflanzen angebaut, die mit dem nährstoffreichen Wasser aus den Fischbecken bewässert werden.

Ökologisch angebaut, aber nicht unbedingt ökologisch, was die Anreise angeht, sind Anbieter wie Green Little Frog, die ihr Gemüse von einer Farm in Thailand beziehen, dafür aber immerhin „no chemicals, no heavy metals, not genetically modified“ versprechen. Organic Express Unlimited schafft das Gemüse von Malaysia heran; das Land beliefert schon seit Jahren Kunden in Singapur, nun ist auch Hong Kong als Abnehmer hinzugekommen. Die Fresh Grower haben ihre Farm in Neuseeland in der Nähe von Auckland.

Die Liste der hier vorgestellten Ökokisten-Lieferanten stellt nur eine Auswahl dar. Green Queen und Southside zum Beispiel führen noch weitere Anbieter auf, darunter auch kleinere Farmen aus den New Territories.

sba

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