GSIS-Miniolympiade

Fußball, Basketball, Volleyball, Leichtathletik, Turnen, Schwimmen – in diesen sechs Disziplinen werden sich 140 Schülerinnen und Schüler bei den Ostasienspielen der deutschen Auslandsschulen im November in Hong Kong messen.

Doch um sportliche Höchstleistungen geht es nicht allein. Was die Kinder und Jugendlichen eint, ist gewissermaßen ihre Herkunft. Sie leben in einer ostasiatischen Metropole und gehen alle auf eine deutsche Auslandsschule: Hong Kong, Peking, Seoul, Shanghai, Taipeh, Tokio. Alle zwei Jahre kommen die Schulen zu den Ostasienspielen – so der Name der Miniolympiade – zusammen, um zu rennen und zu springen, Tore zu schießen und Bahnen zu ziehen.

Austragungsort in diesem Jahr ist die Deutsch-Schweizerische Internationale Schule (GSIS) in Hong Kong. Vom 13. bis 18. November werden rund 120 Kinder und Jugendliche in die Stadt am Perlflussdelta reisen und fünf Tage lang auf dem GSIS Peak Campus als auch in der Stanley Ho Sportanlage in Sandy Bay in Pok Fu Lam um die begehrte Siegertrophäe kämpfen. Die bringt die Schule aus Peking mit, denn sie war nicht nur Gastgeber der letzten Spiele 2015, sondern auch der Sieger.

Erstmals 2009 in Peking ausgetragen, soll die Sportveranstaltung den Zusammenschluss und Zusammenhalt deutscher Auslandsschulen auch außerhalb des Klassenzimmers fördern. So bieten die Spiele Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte, sich auszutauschen, Freundschaften weit über das Schulleben hinaus zu schließen und so funktionierende Netzwerke für die Zukunft aufzubauen.

Doch wie der Name der Deutsch-Schweizerischen Internationalen Schule schon erkennen lässt, ist die GSIS keine rein deutsche Schule. Daneben existiert ein über 700 Schülerinnen und Schüler umfassender englischsprachiger Zweig. Trotz unterschiedlicher Lehrpläne vereint die Schule ihre Vielfalt durch zweigübergreifende Aktivitäten wie zum Beispiel das System der sogenannten „Hausteams“, die Mitgliedschaft in Musik- und Drama-Ensembles sowie die Teilnahme in Sportteams und an Studienfahrten. „Unsere Schülerinnen und Schüler lernen und spielen täglich zusammen. Die Ostasienspiele stellen eine weitere Möglichkeit dar, den Teamgeist zu fördern“, sagt Grit Cichon, kommissarische Schulleiterin der GSIS.

Das findet auch Sophie, Schülerin der Klasse 10 im englischen Zweig, die die GSIS bereits 2015 bei der Miniolympiade vertreten hat. „Die Spiele in Peking waren eine gute Gelegenheit, meine deutschen Sprachkenntnisse aktiv einzusetzen“, erzählt Sophie. Zurzeit trainiert sie mit dem Kader, um in die Fußballmannschaft und das Basketballteam aufgenommen zu werden. „Ich freue mich riesig darauf, in Hong Kong für unsere Schule kämpfen zu können. Von unseren Schulkameraden unterstützt zu werden, macht die Erfahrung umso besser“, sagt Sophie.

Auch wenn der Sport im Mittelpunkt steht, sind die Spiele eine Veranstaltung für die ganze Schulgemeinschaft. Sowohl bei den Vorbereitungen als auch an den Tagen selbst ist die gesamte Schülerschaft involviert, vor allem beim Applaudieren und Anfeuern. Auch das Engagement der Eltern ist gefragt, denn die anreisenden 120 Schülerinnen und Schüler brauchen eine Unterkunft und entsprechend viele Familien, die bereit sind, die jungen Athletinnen und Athleten an den fünf Tagen aufzunehmen. So wie die Familie von Leon, der in die 9. Klasse des deutschen Zweigs geht; bei ihm werden zwei Teilnehmer wohnen: „Ich bin nicht nur wegen der Wettkämpfe aufgeregt. Ich freue mich auch auf zwei neue Freunde, die bei uns wohnen werden.“

Ehemalige Eltern unterstützen die Veranstaltung und den Sportgeist an der Schule ebenfalls tatkräftig; außerdem trägt in diesem Jahr die Firma FANCL mit einem großzügigen Sponsoring zur Realisierung der Ostasienspiele bei. „Die Unterstützung, die wir für dieses große Sportprojekt von unseren Eltern erfahren, ist hervorragend“, sagt Cichon“, „das zeugt vom guten Gemeinschaftsgeist an der Schule. Wir sind sehr dankbar dafür.“

photo credit: GSIS 

sba

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