Martin Sommer, der neue evangelische Pfarrer in Hong Kong

Pfarrer Martin Sommer ist seit Sommer 2019 als Auslandspfarrer der evangelischen Kirche in Hong Kong. Er ist hier für die Betreuung der deutschsprachigen evangelischen Einwohner zuständig. Regelmäßig finden Gottesdienste in der Aula der GSIS und der Konfirmandenunterricht statt. Vor seinem Einsatz in Hong Kong war Martin Sommer in Zell im Wiesental, in Rheinfelden und zuletzt in Neckarburken und Mosbach als Pfarrer tätig.

inhk: Vom badischen Dorf nach Hong Kong, warum?

Martin Sommer: Nachdem unsere Kinder aus dem Haus sind, haben wir gemeinsam überlegt, dass wir gerne noch mal etwas vollkommen Neues anfangen möchten. Statt der deutschen Pfarrstelle, eine im Ausland. Ich hatte in der Vergangenheit immer wieder in einzelnen Projekten Kontakt und Austausch mit ausländischen Kirchengemeinden. Als wir die Stellenangebote für ausländische Gemeinden studiert haben, war Hong Kong die Stadt, die uns angezogen hat.

inhk: Seit Juli sind Sie hier. Wie war und ist das Ankommen?

Sommer: Wir waren Silvester das erste Mal hier. Wir wollten einen ersten Eindruck bekommen und abwägen, ob wir uns vorstellen können, für die nächsten sechs Jahre hier ein Zuhause zu finden. Zuerst waren wir geschockt von den vielen Hochhäusern und den vielen Menschen. Auf den zweiten Blick waren da die Kontraste der Stadt, die Natur, die Lage am Meer, der Victoria Harbour – sie haben uns neugierig gemacht und faszinieren mich nach wie vor. Deutlich war das für mich besonders, als ich vom Peak nach Kennedy Town gelaufen bin, vom Dschungel in die Häuserschluchten. Unglaublich! Wir sind gerne hier.

inhk: Gibt es schon einen Lieblingsplatz?

Sommer: Nein den gibt es nicht. Da wir unseren Hund dabeihaben, gehen wir viel in die Natur und genießen es sehr. Von Tai Hang, wo wir wohnen, können wir gleich loslaufen. Ansonsten zieht es mich immer wieder zum Hafen.

inhk: Was ist hier anders gegenüber Ihrer alten Gemeinde?

Sommer: Einiges ist natürlich gleich. Ansprechpartner sein, Gottesdienste und Konfirmandenunterricht. Aber viele andere Aufgaben wie Arbeit mit Senioren oder Sozialarbeit gibt es dagegen gar nicht oder nur wenig. Es ist eine aktive Gemeinde, die sich alle zwei Wochen auf dem Peak begegnet mit Fragen und Anspruch an die Worte meiner Predigt. Eine Auslandsgemeinde muss auch ein Stück Heimat bieten und sein.

inhk: Welche Ziele gibt es für Ihre Zeit in Hong Kong?

Sommer: Das Thema Heimat in der Fremde gefällt mir als Bild gut, wenn ich über Ziele nachdenke. Mit Menschen ins Gespräch kommen, sie neugierig auf die Kirche machen und einladen, unsere kleine Gemeinde zu stärken und zu vergrößern ist momentan mein Hauptaugenmerk. Ich möchte dieses aktive Zusammensein gerne mit vierteljährlichen Feiern unterstützen. Also Sonntage, an denen wir nicht nur zum Gottesdienst, sondern auch ganz bewusst zum gemeinsamen Austausch und gegenseitiger Unterstützung zusammenkommen.

inhk: In Ihrer alten Kirchengemeinde haben Sie an innovativen Projekten gearbeitet – wird es die in Hong Kong auch geben?

Sommer: Ein Projekt war das Thema Bildungsarbeit für junge Senioren, wo es um die Möglichkeiten geht, eigene Erfahrungen in neue Kreise einzubringen. Ja, sicher wird es auch Projekte geben, eines habe ich jetzt schon fest vor: Kirche unterwegs! Wie wäre es, den Gottesdienst im Museum oder an anderen markanten Orten in Hong Kong zu feiern?

inhk: Was ist Ihr „Hong Kong-Motto“?

Sommer: Mein Motto: „Netze knüpfen.“ Ich bin gespannt und neugierig auf meine Zeit hier.

Pfarrer Sommer ist erreichbar unter Pfarrer@egdshk.org.

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sk

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