Konfuzius sagt …

Das hat jeder schon einmal gehört oder gelesen. Aber was steckt dahinter? Wer ist Konfuzius und was ist Konfuzianismus? Wir erklären es in aller Kürze.

Konfuzius lebte von 552 bis 479 v. Chr. Er war ein chinesischer Philosoph und begründete den Konfuzianismus, dessen Fokus darauf liegt, einen guten Weg zum Leben zu finden. Diese Geisteshaltung wurde zur erfolgreichsten der Menschheitsgeschichte.

Geboren wurde Konfuzius in Zhou im antiken Lu (heute Shandong in China). In der Zhou-Dynastie arbeitete er als Lehrer und als Justizminister. Da er mit der Politik des damaligen Prinzen nicht einverstanden war, legte er sein Amt als Minister schnell nieder und begann mit ca. 50 Jahren durch China zu reisen und seine Lehre zu verbreiten. Sein Sterbeort ist Lu und er wurde in Qufu beerdigt.

Konfuzius beschäftigte sich mit dem Alltag der Menschen und dem praktischen Leben. Über Götter nachzudenken hielt er für reine Zeitverschwendung. Die Philosophie des Konfuzius ist keine Religion im eigentlichen Sinne. Es gibt keine Gottheit oder andere religiöse Komponenten. Im Vordergrund stehen das selbstständige und richtige Denken, in dessen Bewusstsein der Mensch moralisch und tugendhaft handeln soll.

Das Riesenreich China ist zu Konfuzius’ Lebzeiten zerrissen, seit Jahrhunderten liegen die Provinzfürsten im Krieg miteinander. Als Ausweg aus dem politischen und sozialen Chaos sah er die Rückbesinnung auf die klassischen Tugenden. Seine Lehre umfasst eine Sammlung von Verhaltensgrundsätzen und moralischen Vorschriften.

Als „Edle“ werden im Konfuzianismus diejenigen bezeichnet, die es schaffen, durch kontinuierliche Selbsterziehung und vorbildliches Verhalten im Leben, allen Menschen gegenüber respektvoll und gütig entgegenzutreten. Güte soll mit Güte vergolten werden und Schlechtigkeit soll mit Gerechtigkeit bekämpft werden. Dieses Konzept soll von jedem Menschen eingehalten werden, auch von den Regierenden.

So heißt es in einem Text des Konfuzius: „Wenn die Alten die lichte Tugend offenbar machen wollten im Reiche, ordneten sie zuvor ihren Staat; wenn sie den Staat ordnen wollten, regelten sie zuvor ihr Hauswesen; wenn sie ihr Hauswesen regeln wollten, vervollkommneten sie zuvor ihre eigene Person; wenn sie ihre eigene Person vervollkommnen wollten, machten sie zuvor ihr Herz rechtschaffen; wenn sie ihr Herz rechtschaffen machen wollten, machten sie zuvor ihre Gedanken wahrhaftig; wenn sie ihre Gedanken wahrhaftig machen wollten, vervollständigten sie zuvor ihr Wissen.“

Um all jenes zu erreichen, steht die Erziehung im Mittelpunkt. Eine Erziehung zu Anstand und Sitte. Das Streben nach Harmonie, im Einklang von Mensch und Natur ist dabei eins der Grundmotive. Damit einhergehend ist eine Abneigung gegen jede Einseitigkeit oder extreme Ansichten.

Anerkennung findet der Philosoph jedoch erst nach seinem Tod. Seine Schüler haben die Lehren des Meisters aufgeschrieben und verkünden sie im ganzen Land. Als China um das Jahr 200 v. Chr. geeint wird, verbreitet sich der Konfuzianismus von dort im gesamten asiatischen Raum aus und stellt neben dem Buddhismus und Taoismus die bestimmende Philosophie und Lebensauffassung dar.

gi

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