In den Puppen lebt die Kaiserzeit fort

Wahrscheinlich ist China das Ursprungsland des Puppendramas. Zwar findet man Gliederpuppen in jeder Kultur, aber nur auf dem eurasischen Kontinent wurden mit Puppen Dramen aufgeführt.

Diese werden meist zu Ehren eines Schutzpatrons oder einer Göttin an deren Geburtstag dargestellt. Über tausend Jahre lang hatte dieses Medium einen ähnlichen Stellenwert in China wie heute das Fernsehen.

Hong Kong wurde zu einer Art Museum für viele Formen darstellender Künste, die sich vor den chinesischen Wirren dorthin flüchteten. Als 1936 die Japaner in China einmarschierten, ließen sich fünf kantonesische Truppen mit großen Stockpuppen in Hong Kong nieder. Aus Shantow retteten sich vor den Japanern auch die zierlichen Puppen, die mit drei horizontal geführten (Eß-)Stäbchen bewegt werden. Marionetten und Handpuppen aus der Küstenregion Fukien fanden erst später ihren Weg nach Hong Kong.

Das Hong Kong Puppet and Shadow Art Center hat diese alte Tradition aufrechterhalten und versucht, sie weiterzugeben. Darstellungen von Puppen- und Schattenspielen sowie Kurse zum Erlernen werden angeboten. Ein Besuch lohnt sich!

30 Pak Tin Street, L6–13, The Jockey Club Creative Arts Centre, Shek Kip Mei

ct 

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