Hong Kongs Special Areas

Drei Viertel der Stadt sind unbebaut und mehr als 40% der gesamten Fläche besteht aus Country Parks. Die insgesamt 24 Country Parks und 22 Special Areas werden vom Agriculture, Fisheries & Conservation Department (AFCD) verwaltet.

West New Territories
Die 2006 eröffnete Hong Kong Wetland Park Special Area liegt nördlich von Tin Shui Wai. Das Gebiet beheimatet eine eindrucksvolle Anzahl verschiedener Wildtiere, u. a. Vögel, Schmetterlinge, Libellen, Amphibien, Reptilien und Fische. Das Besucherzentrum Wetland Interactive World und das 60 Hektar große Reservat erklären Besuchern dieses einzigartige Ökosystem.

Northeast New Territories
Die schönsten Wälder Hong Kongs befinden sich in der Tai Po Kau Nature Reserve Special Area. Benannt nach dem Dorf Tai Po Kau war das Gebiet früher ein Nutzwald und diente der Anpflanzung medizinischer Pflanzen. In dichten Wäldern gedeihen vielfältige Baumarten. Gehängequellen und Bäche bieten einen exzellenten Lebensraum für Reptilien und Amphibien. Das Naturreservat ist eines der besten Plätze Hong Kongs zur Vogel- und Schmetterlingsbeobachtung. Die Tierwelt besteht aus Zivetkatzen, Stachel- und Wildschweinen, Schuppentieren und Affen, die allerdings in dieser Gegend, da sie nicht gefüttert werden, harmlos sind. Grillplätze gibt es aufgrund der Brandgefahr keine.
Zur Erhaltung von Felsformationen und Mineralien wurde 1999 Ma Shi Chau und Yeung Chau zur Special Area erklärt. Die Ma Shi Chau Special Area besteht aus Ma Shi Chau, Yeung Chau, Centre Island und einer namenlosen Insel nordöstlich von Sam Mun Tsai. Der Ma Shi Chau Nature Trail ist ein Lehrpfad entlang der Küste, der viele unterschiedliche Felsarten vorstellt. Die für Hong Kong sehr ungewöhnlichen Sedimentgesteine am südöstlichen Ufer entstanden vor ca. 252 Millionen Jahren in der Permian Periode, einer Zeit noch bevor Dinosaurier die Erde durchstreiften. Interessante Rhyolithe, bestehend aus Quarz und Mineralien und andere geologische Besonderheiten sowie eine faszinierende Flora gibt es entlang des Weges zu bestaunen. Die namenlose, dicht bewaldete Insel dient als Nistplatz für Reiher.
Die Lai Chi Wo Special Area mit ihrem 400 Jahre altem Hakka-Dorf wurde 2005 zur Special Area erklärt. Der Ort verdankt seinen Namen angeblich den Litschibäumen, die einst dort gepflanzt, inzwischen aber durch gewinnträchtigere Mandarinenbäume ersetzt wurden. Der gut erhaltene Feng-Shui-Wald ist eine Besonderheit in Hong Kong. Neben dem Mangrovenwald Lai Chi Wos, mit seinen seltenen und für Hong Kong außergewöhnlich alten Lianen, kommen im eigentlichen Feng-Shui-Wald, mit seinen mächtigen alten Bäumen, Pflanzen aus den unterschiedlichsten Gattungen vor. Das Lai Chi Wo Geoheritage Centre sowie ein Tempel des Kriegsgottes liegen am Eingang des Dorfes. Innerhalb sind einige kleine Restaurants zu finden.

Sai Kung
Tsiu Hang Special Area nennt sich die Gegend um Pak Kong herum, wo sich das AFCD Lions Nature Education Centre befindet. Ein Informationszentrum mit einem Arboretum, anschaulichen Gärten, einer Baumschule u. v. m.
Die High Island Special Area zeigt Hong Kongs geologisches Erbe. Die sechseckigen vulkanischen Spalten entlang der Küste sowie die Felsspaltenwand in der Nähe des Ostdamms als auch verdrehte Säulen und eingebrochene Deiche sind von hier aus sichtbar. Noch während der Ming-Dynastie vor vielen Hundert Jahren war das Reservoir ein kleiner Kanal und diente als Stopover der maritimen Seidenstraße. Heute gehört das High Island zum Hong Kong UNESCO Global Geopark.
Die Festung Tung Lung Fort wurde während der Qing-Dynastie erbaut, zur Verteidigung gegen Piraten. Sie steht auf der Insel Tung Lung Chau, der südlichsten Insel Sai Kungs. Hier sind die ältesten Felsbilder zu finden, die jemals in Hong Kong entdeckt wurden. Außer einem Campingplatz findet sich hier auch das beste Klettergebiet der Stadt.

Der Hong Kong UNESCO Global Geopark umfasst die Sai Kung Volcanic Rock Region und die Northeast New Territories Sedimentary Rock Region. Der Park präsentiert neben den Gesteinsproben, die direkt vor Ort gesammelt wurden, auch viele Exponate aus der ganzen Welt sowie eine Ausstellung sechseckiger Basaltsäulen, die während der gewaltigen Vulkanausbrüche in Sai Kung vor 140 Millionen Jahren entstanden. Alle folgenden Inseln gehören zum Hong Kong UNESCO Global Geopark.

Sharp Island ist die größte Insel im Kiu Tsui Country Park. Half Moon Bay Beach und Kiu Tsui Beach liegen hier. Vor mehr als 140 Millionen Jahren brach auf der Insel ein Supervulkan aus. Noch heute findet man verschiedene Arten vulkanischer Gesteine. Die häufigsten sind Felsen mit einem besonderen Muster auf der Oberfläche. Andere Gesteine haben ungewöhnliche Formen wie z. B. die einer Ananas. Im Westen der Insel erstreckt sich eine sedimentäre Küstenlandschaft, ein Tombolo, der eine fast 250 Meter lange Sandbank bildet, die Sharp Island und die Insel Kiu Tau Chau verbindet. Bei Ebbe entsteht so eine temporäre Brücke über dem Wasser zwischen den beiden Inseln. Die Insel hat Hügel mit einer maximalen Höhe von 136 m und einen Urwald mit Baumarten wie Kampfer, Efeu und Banyanbäumen. Es gibt auch Myrten und Latschenkiefer. In der Bucht von Hap Mun befindet sich ein Campingplatz.
Die Ung Kong Group besteht aus Bluff Island, Wang Chau und Basalt Island. Die Kräfte von Meer und Wind haben dazu beigetragen, dass sich zahlreiche steile Klippen und Brandungstore an der südöstlichen Küste der Inseln gebildet haben.
Der steigende Meeresspiegel vor 6.000 bis 8.000 Jahren überflutete die Flusstäler in Double Haven, was zur Bildung der eingerückten Küstenlinien mit Landzungen und Buchten führte. Die heute vorhandenen Berge und Inseln entstanden jedoch durch vulkanische Eruptionen vor ca. 160 Millionen Jahren, als sich Lava mit Vulkanasche mischte und sich neue Gesteinsschichten bildeten. Später flossen Flüsse aus Sand und Steingemisch von den hohen Bergen hinunter und bildeten das Küstengebiet, das aus sedimentärem Gestein mit einer Dicke von ca. 500 Metern besteht.
Die Ninepin Group, bestehend aus 29 Inseln, liegt im östlichsten Teil Hong Kongs. North Ninepin Island hat die beeindruckendsten Landschaftsformen, wie die sechseckigen Felsspalten, die sich durch Felsabrieb und Erosion gebildet haben. Sie wurden ausgelöst durch einen gigantischen Vulkanausbruch, den tektonischen Bewegungen der Platten und Millionen von Jahren anderer geologischen Bewegungen.

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