Hong Kongs faszinierende Vielfalt des Speisezettels

Die kantonesische Küche ist die unbestrittene Königin aller Regionalküchen Chinas. Jeden Tag locken neue kulinarische Höhenflüge und lebt man hier, sollte man alles probieren, was Hong Kong an Köstlichkeiten zu bieten hat.

Die Stadt bietet gerade kulinarisch eine Vielzahl an Speisen an, die probiert werden sollten, wenn man hier ist. Um ein wenig auf den Geschmack zu kommen, was alles angeboten wird, bietet diese Übersicht in drei Teilen einen Einstieg in die einheimische Küche.

Abalone
Abalone gehören sicher nicht zu den gängigsten Speisen der Hong Konger, jedoch bei ganz besonderen Gelegenheiten werden sie gern und oft konsumiert. Eine Abalone ist der Haftfuß der Meeresschnecke, auch Seeohr genannt. Preislich ist sie dem höheren Segment zugeordnet, aber wer Lust hat, dies zu probieren, sollte dringend ins Forum-Restaurant (255–257 Gloucester Road, 1/F, Sino Plaza, Causeway Bay) gehen.

Boh Loh Bao (Pineapple Bun)

Ein Bun ist eine Teigtasche, meist aus Hefeteig, manchmal süß.
Der boh loh bao hat eine feste Oberfläche und ist im Inneren weich. Obenauf ist eine knusprig, zuckrige Masse. An sich haben Ananas nichts mit dem Bun zu tun. Es geht da wohl eher um das Aussehen. Aber trotz allem ist er beliebt und überall auf der Welt bekannt als DIE Hong Konger Spezialität.
Am besten nimmt man den Bun zusammen mit dem berühmten Milk Tea ein. Mit einem Stück Butter wird aus dem boh loh bao übrigens ein boh loh (Ananas) yau (mit Butter) und ist bei vielen vor allem zum Frühstück eine beliebte Variation.
An fast jeder Straßenecke kann man ihn bekommen. Besonders bekannt für ihre Buns sind vor allem Kam Wah (47 Bute Street, Mong Kok) und Hong Lin (143 Tung Choi Street, Mong Kok)

Buut Jai Goh (Bowl Pudding)

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts fuhren Street Hawker noch mit ihren Fahrrädern herum und boten diese Köstlichkeit in Porzellanschalen an. Daher auch der Name. Viele Einheimische verbinden mit dem Geschmack des Puddings ihre Kindheit.
Seitdem 1965 die Familie Fu aus Shunde ihren Klebreis per Hand selber mahlte, wurde der Pudding mit weißem oder braunen Pudding oder mit roter Bohnenpaste zu ihrem Vorzeigeprodukt im Kwan Kee Store (115–117 Fuk Wah Street, Shop 10, Sham Shui Po)

Cha Siu Bao (Barbecue-Pork-Filled Bun)

Gegrilltes Schwein in einem weißen gedämpften Bun ist definitiv eine der Lieblingsspeisen der Hong Konger. Als Zwischensnack oder auch als Mittagessen wird er zu jeder Tageszeit gegessen. Gefüllt nicht nur mit dem köstlich gegrillten Schweinefleisch, sondern zusätzlich mit einer leckeren Barbecuesoße, die nur erahnen lässt, welche Zutaten enthalten sind.
Am besten geht man zu Tim Ho Wan ins IFC (Shop 12A, Hong Kong Station Podium Level 1, Central), denn dort soll es die allerbesten geben.

Cau Dou Fu (Stinky Tofu)

Entweder man hasst es, oder man liebt es. Kaum ein anderes Gericht spaltet die einheimische Bevölkerung mehr als stinky tofu.
Man erkennt sofort, wo es verkauft wird, denn ein überaus überwältigender Geruch schlägt einem entgegen. Die meisten vermeiden es daher, stinky tofu zu probieren. Jedoch ist der Geschmack besser als der Geruch des fermentierten Tofu. Genossen wird er zumeist gebraten mit einer scharfen Chilisauce.
Man findet ihn vor allem in Yau Ma Tei rund um die Temple Street. Also einfach der Nase nach …

Dim Sum (Dumplings)

Dim sum ist sicherlich die allerbeste Entschuldigung, um stundenlang kleine Leckereien zu probieren.
Diese alte chinesische Tradition vor allem morgens seinen heißen Tee (yum cha) mit kleinen, meist gedämpften Speisen einzunehmen, wird in Hong Kong in vielen Teehäusern oder auch Restaurants beibehalten.
Man kann traditionell im Teehaus dim sum essen, wo kleine Wagen mit den gedämpften Köstlichkeiten herumgeschoben werden und Touristen meist nur nach dem Aussehen der kleinen Buns oder Dumplings bestellen. Oder man geht in dim sum Restaurants, wo Bilder auf Speisekarten und englische Begriffe das Aussuchen erleichtern. So oder so, ohne einmal dim sum gegessen zu haben, sollte man Hong Kong nicht verlassen.
Traditionell geht man am besten ins Lin Heung House (160–164 Wellington Street, Central), einem der ältesten Teehäuser in Hong Kong. Wer es lieber etwas ruhiger mag, der geht ins Din Tai Fung (68 Yee Wo Street, Causeway Bay), welches sogar einen Michelin Stern bekommen hat. Wenn man sich einfach treiben lässt, findet man sicher auch so ein hervorragendes Restaurant. Denn dim sum gibt es überall in Hong Kong.

Daan Ta (Egg Tart)

Wahrscheinlich kommt eine der bekanntesten Speisen Hong Kongs ursprünglich aus Guangzhou. Inspiriert von den portugiesischen Pastel de Nata, die es auch in Macau gibt, und den englischen Custard Tarts, erschufen Köche aus Guangzhou, als sie nach Hong Kong kamen, das moderne Mürbeteigtörtchen mit süßer Eiercreme.
Aber egal, woher diese Leckerei auch kommen mag, man muss sie probieren. Am besten ganz frisch und noch warm aus der Tai Cheong Bakery (35 Lyndhurst Terrace, Central). Man sollte sich von der langen Schlange dort nicht abschrecken lassen. Das Warten lohnt sich.

Gai Daan Jai (Egg Waffle)

Ohne eine Eierwaffel gegessen zu haben, mit Abstand der beliebteste und populärste Straßensnack, kann man Hong Kong einfach nicht verlassen. Aus reichlich Eiern, Mehl und Zucker hergestellt und in speziellen Waffeleisen gebacken, lässt einem allein schon der Geruch sämtliches Wasser im Munde zusammenlaufen. Noch heiß serviert, sieht man an fast jeder Straßenecke Touristen, Büroangestellte, Straßenarbeiter oder Rentner im Waffelhimmel verschwinden.
Man kann z. B bei Mammy Pancake (8–12 Carnarvon Road, TST) aus verschiedenen Teigsorten und Füllungen auswählen. Matchateig mit roter Bohnenfüllung, mit Chocolate Chips und Banane oder lieber deftig mit Käse?

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