Hong Kongs faszinierende Vielfalt des Speisezettels, Teil II

Die kantonesische Küche lockt und macht Essengehen in Hong Kong zu einem einmaligen Erlebnis. Um richtig chinesisch zu speisen, muss man zu mehreren sein, alle teilen sich alles und die Zahl der Genüsse steigt mit der Größe der Gruppe. Im zweiten Teil unseres kulinarischen ABCs stellen wir wieder einige einheimische Köstlichkeiten vor, die unbedingt verzehrt werden wollen. Lasst euch verführen!

Lo Mai Gai (Sticky Rice Lotus Leaf Wraps)
Lo Mai Gai ist eine typische Speise in jedem Dim Sum Restaurant in Hong Kong und sollte unbedingt probiert werden.
Eingefaltet in ein Lotusblatt bilden Klebereis, Huhn, Schwein oder chinesische Würstchen eine wunderbare Speise, die gedämpft unzählige Aromen erahnen lässt.
Durch das Lotusblatt bekommt der Reis einen außergewöhnlich duftigen Geschmack und lässt kaum einen Wunsch offen. Viele Büroangestellte essen Lo Mai Gai in ihrer Mittagspause, da es sättigt und gut schmeckt.

Yat Lok (Roasted Goose)

In unzähligen kleinen Restaurants hängen diese Köstlichkeiten und warten darauf, verspeist zu werden. Hong Kong ist berühmt für seine gebratene Gans und zieht damit viele Gourmets an. Ob im Sterne-Restaurant Yat Lok (34–38 Stanley St, G/F, Conwell House, Central) oder im Yung Kee (32–40 Wellington St, Yung Kee Building, Central) gibt es viele Beispiele, wo man einkehren sollte, um den Geschmack der mit geheimen Gewürzen über Holzkohle stundenlang gebratenen Gans genießen kann. Die goldbraune Haut ist knusprig und das weiße Fleisch zart. Definitiv eines der Must Eats in Hong Kong.

Siu Yuk (Roasted Pig)

Das gebratene Schwein ist, wie auch die gebratene Gans, eine wahre Perle der kantonesischen Küche.
Zumeist ist es Schweinebauch, der so lange gebraten wird, bis die Haut knusprig und die Fettschicht darunter cremig-weich ist. Jeder Biss wird zu einem Erlebnis der Aromen und man möchte nicht aufhören zu essen. Zu finden ist es in vielen kleinen Shops in der Stadt. Im Schaufenster sieht man die goldbraunen Leckerbissen hängen, neben den Hühnchen oder Enten. Üblicherweise gibt es dazu Reis, um den Geschmack voll entfalten zu lassen.

Char Siu (Chinese BBQ Pork)

Neben dem gebratenen Schwein gibt es auch das BBQ-Schwein. Dieses wird gegrillt und zusätzlich mit Honig, fünf Gewürzen, Reiswein und Hoisin-Soße mariniert. Durch diese Mixtur wird die Haut dunkelrot, wie amerikanisches BBQ-Fleisch.
Zusammen mit Reis und Gemüse gilt es als ideale Mittagsspeise für Arbeiter, angeboten in vielen kleinen Imbissstuben und Restaurants.

Lap Cheong (Chinese Sausage)

Lap Cheong ist die chinesische Antwort auf die deutsche Salami. Ein perfekt abgestimmter Mix aus leicht süßem Schweinefett und Schweinefleisch, abgerundet mit Rosenwasser, Reiswein und vielen Gewürzen. Auch abgerundet wird der Geschmack durch Sojasoße, die den salzigen Gegenpart zum süßen Fett bildet.
Zumeist wird die Wurst gekocht und zusammen mit Reis, Gemüse und Eiern serviert.
Frisch getrocknete Lap Cheong findet man an vielen Ständen in der Stadt in großer Auswahl.

Da Been Lou (Hot Pot)

Hot Pot ist ein soziales Highlight und bietet gerade für Familien oder Freunde eine willkommene Abwechslung. Zusammen wählt man eine Brühe als Basis aus, die in einem großen Topf in die Mitte des Tisches auf eine Kochstelle gestellt wird. Daher der Name. Eine frische Auswahl an Gemüse, Fleisch, Tofu, Fisch oder Meeresfrüchte wird mit langen Gabeln in die heiße Brühe getaucht und gegart, ähnlich wie beim Fondue.
Es gibt unzählige Hot Pot Restaurants in Hong Kong, wie z. B. Budaoweng Hot Pot Restaurant (63 Nathan Rd, TST) oder Megan’s Kitchen (165–171 Wan Chai Rd, Lucky Centre, Wan Chai).

Beef Brisket Noodles

Rinder Brisket Nudeln sind ein Muss in Hong Kong. Vor allem in den kälteren Monaten wird es oft und gern konsumiert.
In würziger Rinderbrühe langsam gekocht, wird das Fleisch unsagbar zart und zergeht auf der Zunge. Überall zu bekommen und sehr günstig.
Kau Kee (21 Gough Street, Central) oder On Lee Noodle Shop (22 Shau Kei Wan Main St E, Shau Kei Wan).

Curry Fish Balls

Zu finden an fast jeder Straßenecke, sind die Fischbällchen wohl DIE meistgegessene Speise in Hong Kong. Sowohl als kleiner Snack für zwischendurch, als auch als Mittagsgericht sorgen diese kleinen Spießchen für ein wunderbares Wohlgefühl im Magen. Die Inhaltsstoffe sind leider unklar, doch enthalten sie wahrscheinlich mittlerweile mehr Mehl als Fisch. Trotz allem sind sie, serviert in einer kräftigen Currysoße, aufgespießt auf Bambusstäbchen, ein willkommenes Zwischengericht für unterwegs, wenn man gemütlich durch die Straßen schlendert.

Tong Yuen (Sweet Dumplings)

Aus Klebereismehl geformt, sind diese kleinen Teigtaschen ein Dessert, welches das ganze Jahr über serviert und gegessen wird. Vor allem an festlichen Begegnungen sind sie sehr beliebt, da ihr Name dem chinesischen Wort „Einheit“ ähnelt und durch die runde Form Zusammenhalt symbolisiert.
Gefüllt sind die Dumplings mit verschiedenen süßen Pasten. Ob schwarzer Sesam, Erdnuss oder rote Bohnen, gleich ist allen die klebrige Konsistenz. Traditionell werden die süßen Verlockungen in einer heißen Ingwersuppe serviert, jedoch gibt es viele Restaurants, die heutzutage auch schwarze Sesam- oder Mandelsuppe anbieten. Egal in welcher Suppe sie schwimmen, sie sind ein leckeres Dessert, z. B. im Fook Yuen (7 Fuk Yuen Street, Shop I–1, G/F, Lei Do Building, North Point).

Ji Zhua (Chicken Feet)

In der Guangdong-Kultur werden Hühner oft als Phönix bezeichnet. So ist es kaum verwunderlich, dass Hühnerfüße auch als Phönixkrallen bezeichnet werden.
Hühnerfüße sind natürlich nicht unbedingt jedermanns Sache, jedoch schmecken sie, richtig zubereitet, sehr lecker. Sie werden zurechtgeschnitten, danach frittiert und auf einem kleinen Teller in einen Bambusdampfkorb gestellt. Durch diese Zubereitungsart werden sie sehr weich und können leicht gegessen werden. Viele Frauen lieben dieses Gericht, da es viel Kalzium und Collagen enthält, was gut für Haut und Knochen ist und dem guten Aussehen dient.

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Teil III

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