Geschichte des Tattoos

In der heutigen Zeit sind Tattoos überall sichtbar und stellen kaum ein Tabu dar. Jedoch war das in Asien vor nicht allzu langer Zeit anders. Wir gehen der Geschichte auf den Grund.

Hong Kongs Tattoo-Geschichte ist 72 Jahre alt. Die meisten älteren Einwohner verbinden damit Kriminelle, Gefängnisse, Gangs oder die Triaden. 1946 brachte James Ho das Tätowieren nach Hong Kong. Inspiriert von den indischen Henna-Tattoos, gründete er das erste Tattoo-Studio „Rose Tattoo“ in Wan Chai. Dorthin kamen zunächst fast ausschließlich ausländische Seefahrer. Sie wollten einzigartige Bilder auf ihrer Haut, dass sie im Falle einer Havarie von ihren Familienangehörigen erkannt werden konnten. Besonders Anker, Herzen, starke Tiere wurden als Motive genutzt. Zurück in Europa oder Amerika wurde die Hong Konger Tattoo-Kunst bewundert und schnell bekannt.

In den 1960er und 70er Jahren explodierte die Tattoo-Industrie schlagartig und immer mehr Menschen ließen sich tätowieren. Verbunden wurden die Tattoos mit der unteren Arbeitsklasse. Wahrscheinlich, da sich viele Seefahrer und Soldaten stechen ließen.

Tattoos wurden ein Merkmal der Triaden (kriminelle Organisationen). Sie zeigten Mut und Toleranz gegen Schmerz und Gefahr. Bei einigen Triaden war ein Tattoo sogar ein Muss, um sich als Mitglied zu qualifizieren und diente gleichzeitig als Erkennungsmerkmal.

Trotz des negativen sozialen Stigmas waren nicht nur Kriminelle in dieser Zeit beim Tätowierer. Auch Künstler und sogar Universitätsprofessoren wollten bleibende Kunst auf ihrer Haut verewigen.

Durch die westliche Renaissance des Tattoos in den 1980ern entstand aus dem Körperschmuck von Matrosen und Ganoven ein Körperkult, der alle gesellschaftlichen Grenzen sprengte.

Viele prominente Personen (z. B. Nicholas Tse oder Candy Lo) ließen sich tätowieren und mit der Vorbildfunktion wuchs auch die Anerkennung im asiatischen Raum. Jedoch bleibt bei vielen Menschen bis heute die negative Konnotation.

Tattoos sind eine Form der Selbstdarstellung und Körperkunst und werden heutzutage gern genutzt, um Emotionen oder die eigene Lebensgeschichte zu illustrieren. Hong Kong ist dabei keine Ausnahme und das Portfolio der Kunst reicht von Kalligrafie, kleinen Blumen-Tattoos bis hin zu realistischen Motiven.

Da es in Hong Kong keine wirkliche Regulation der Tätowierungen gibt, ist es kaum möglich, die Anzahl zu benennen. Auch die hygienischen Zustände variieren stark. Darum sollte man sehr gut aufpassen, wo man sich tätowieren lässt. Zu beachten sind vor allem, dass immer eine neue Tattoo-Nadel genutzt wird, dass der Tätowierer selbst Handschuhe trägt und die Umgebung sauber gehalten wird.

Um einen Überblick über Künstler und deren Stil zu bekommen, bietet sich die alljährlich stattfindende Hong Kong Tatoo Convention an, die voraussichtlich im November stattfinden wird.

gi

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