Ein Tee auf die Gesundheit

Detoxen, reinigen, beruhigen, entspannen, anregen – all das wird auf den Packungen von Wellness- und Gesundheitstees versprochen. In Deutschland gibt es abenteuerliche Namen wie „Heiße Liebe“, „Einfach schön“ und „Bikini Tee“. Egal was sie versprechen – der Durst danach wird immer größer!

China ist die Wiege des Teeanbaus. Schon 221 v. Chr. wurde Tee erwähnt, jedoch wurde er damals vorwiegend als Medizin eingesetzt. In den Jahren 600-900 wurde Tee dann als Genussmittel am Kaiserhof und in der Oberschicht Chinas konsumiert. Dann folgten die Mönche in den Klöstern, die sich mit Tee für ihre stundenlangen Meditationen wach hielten und ihn dann einfachheitshalber selbst anbauten. In dieser Phase wurde der Tee auch nach Korea und Japan exportiert.

Die ersten Teelieferungen gelangten 1610 über die Niederlande nach Europa. Nach Indien kam der Tee erst im 19. Jahrhundert mit der britischen Kolonialmacht, ist aber heute nicht mehr dort wegzudenken. 

Warum verbinden wir Tee mit Gesundheit?
Vielleicht weil wir als Kinder bei Bauchweh mit Tee versorgt wurden, der eine wohltuende und durch die Wärme entspannende Wirkung hatte? Es ist ein relativ günstiges Lebensmittel, was in seiner Grundform keine Kalorien enthält und je nach Geschmacksrichtung einen angenehmen Duft verströmt.

Ist Tee Arznei?
Ja, wenn dieser den Nachweis als Arznei- und Heiltee hat, der sicherstellt, dass ein bestimmter Anteil arzneilich wirksamer Bestandteile enthalten ist. Solche Tees sind dann meist nur im Fachhandel oder direkt beim Hersteller erhältlich.

Alle anderen Tees sind Lebensmittel und benötigen keinen Wirkungsnachweis. Aber mal ganz ehrlich, wenn wir an das glauben, was draufsteht und der Tee auch noch gut duftet, dann hilft das ungemein. Fakt ist allerdings die Wirkung von grünem und schwarzem Tee: Die Aminosäure Theanin ist entspannend. Koffein wirkt anregend und eine weitere Aminosäure, Theogallin wirkt antidepressiv und fördert die Hirnleistung.

Loser Tee, Beutel oder Pulver?
Eigentlich gibt es da keinen Unterschied. Die Bestandteile für den Beutel werden feiner geschnitten, bieten dem Wasser mehr Fläche und die ätherischen Öle entfalten sich besser. Beim losen Tee findet schon eine kleine Teezeremonie statt, was dem ganzen mehr Wert gibt. Das Pulver hat je nach Teesorte eine hohe Aromaentfaltung und bei größeren Mengeneinheiten eine kürzere Haltbarkeit. Oft sind die Pulvertees portioniert. 

Warum sind Aromastoffe im Tee?
Um dem Tee eine gewisse Geschmacksnote zu verleihen, werden Aromastoffe aus dem Labor beigemischt, die billiger sind als natürlich gewonnenes Aroma. Um natürliches Fruchtaroma zu gewinnen, benötigt man große Mengen. Anders ist das bei Limetten oder Ingwer, die schon von Natur aus intensiv sind.

Wie gesund ist Ingwertee?
Wirklich hilfreich gegen Erkältungserscheinungen, Grippe, Magenproblemen und Übelkeit. Ein kostengünstiger Ingwertee, mit einer bedeutend höheren Konzentration an den wirksamen Inhaltsstoffen, wie ätherische Öle und den Scharfstoffen Gingerole und Shoagole, lässt sich aus frischem Ingwer herstellen. Ingwer schälen und ca. 6 dünne Scheiben mit 2 Tassen Wasser 10 Min. kochen, dann mit Zitrone und Honig oder Ahornsirup verfeinern.

Wie wird Tee am besten zubereitet?

  • Frisches, möglichst weiches Wasser verwenden, das für einige Sekunden aufgekocht wird; hartes Wasser etwa eine Minute kochen, damit der Kalk ausfällt.
  • Dosierung: Bei losem Tee je einen Teelöffel pro Tasse plus einen für die Kanne. Individuell darf auch mit mehr Wasser aufgefüllt werden.
  • Schwarztee mit kochendem Wasser überbrühen.
  • Bei grünem Tee das Wasser auf 75 Grad Celsius abkühlen. Das mindert den Bittergeschmack.

Die am häufigsten getrunkenen Tees in Hong Kong sind Grüntee, Jasmintee, Oolong-Tee, Pu Erh-Tee und Schwarztee.

Hier könnt ihr chinesische Teekultur erleben und zelebrieren:

Das LockCha Tea House im Hong Kong Park ist ideal, um eine Vielzahl von Tees von Pu Ehrs über roten Tee bis hin zu Oolong-Tee zu probieren. 

inhk-Tipp: Anhui Yellow Tea. Ein bisschen süßer als traditioneller chinesischer Tee und bekannt für seine entspannende Wirkung.

Montag–Freitag von 10–20 Uhr
Samstag und Sonntag 10–21 Uhr
Ground Floor, The K.S. Lo Gallery, Hong Kong Park

Wer mehr an der Teezeremonie interessiert ist, sollte zu MingCha gehen. Hier gibt es außerdem Tee Workshops und ein breites Angebot an Tee und Teezubereitungszubehör.

inhk-Tipp: Mandarin Orchid Phoenix Oolong. Für Menschen mit Atemwegsproblemen, reinigt außerdem die Leber.

Montag–Samstag von 10–21 Uhr
12/F, Flat D, Wah Ha Factory Building
8 Shipyard Lane, Taikoo

Phoenix Tea, die größte chinesische Teehauskette, ist seit Januar auch in Hong Kong vertreten. Anstelle von Shopping-Kaffeepausen kann in TST nun eine Teepause eingelegt werden.

inhk-Tipp: Wuyi Rock Tee. Der Tee wächst an Felsen in der Provinz Fujian und ist von bester Oolong-Qualität. Er gilt als chinesisches Schlankheitsmittel.

Montag–Sonntag von 11–22 Uhr
2/F, 77 Granville Road, Tsim Sha Tsui
T: 2366 1988

kd/hp

Leave a comment