Ein Jahr raus aus dem Trott

Jedes Jahr kommen fünf junge Menschen nach Hong Kong und Südchina, um ihr Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten. Weil es diesmal nicht so einfach war, ein Visum für China zu erhalten, werden anders als in den Vorjahren alle fünf Volontäre in Hong Kong stationiert sein. Finanziert wird das Freiwilligenjahr vom CVJM in Nürnberg; die evangelische Gemeinde Hong Kong beteiligt sich an den Kosten. 

Das inhk hat die fünf gefragt, warum sie sich für ein Auslandsjahr entschieden haben, was sie in ihre Koffer gepackt haben und wie die ersten Monate verlaufen sind. 

Edna Wassermann (18) aus Schwäbisch Gmünd

inhk: Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden?
Edna: Ich wollte etwas Neues ausprobieren und nicht gleich studieren gehen. Vor allem liebe ich es zu reisen sowie neue Kulturen und Menschen kennenzulernen.

inhk: Warum Hong Kong?
Edna: China hat mich schon immer interessiert, und ich war auch schon einmal dort. Hong Kong fand ich durch den politischen und rechtlichen Sonderstatus, den es im ansonsten kommunistischen China hat, besonders interessant. Es ist auch eine einmalige Gelegenheit, so eine Stadt kennenzulernen, von der man jetzt vielleicht nicht so viel mitbekommt.

inhk: Was musste unbedingt in deinen Koffer?
Edna: Malsachen (meine Lieblingspinsel/Stifte).

inhk: Was erhoffst du dir von dem Auslandsjahr?
Edna: Ich erhoffe mir, selbstständiger zu werden, Kontakte und Freundschaften aufzubauen, hoffentlich ein wenig zu reisen und die Sprache zu lernen.

inhk: Wie sind die ersten Wochen verlaufen?
Edna: Ereignisse wie der Supertaifun oder der Besuch eines übergroßen Technik-Einkaufszentrums formten sich für mich zu einer unvergesslichen Ankommenszeit. Daneben gab es gute Erfahrungen wie das Erforschen der atemberaubenden Hong Konger Szenerie, zum anderen unangenehme. Tiere wie Kakerlaken beispielsweise oder die erstmalige Selbstversorgung sind gewöhnungsbedürftig, wenn auch gute Lehrer! Fast so wie der überraschende Linksverkehr oder das Essen mit Stäbchen.

inhk: Was wirst du machen, wenn du in Deutschland zurück bist?
Edna: Hoffentlich in Darmstadt Architektur studieren.  

Friederike Lay (18), lebt seit drei Jahren mit ihrer Familie in Lissabon und hat dort auf der deutschen Auslandsschule Abitur gemacht.

inhk: Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden?
Friederike: Ich wollte nach der Schule etwas total Neues ausprobieren und neue Herausforderungen bekommen. Außerdem habe ich Spaß daran, mit anderen Menschen zu arbeiten.

inhk: Warum Hong Kong?
Friederike: Die Stadt und die Kultur interessieren mich sehr und ich habe Lust, mich darauf einzulassen und Hong Kong besser kennenzulernen.

inhk: Was musste unbedingt in deinen Koffer?
Friederike: Fotos von meinen Freunden und meiner Familie.

inhk: Was erhoffst du dir von dem Auslandsjahr?
Friederike: Ich hoffe, viele neue Menschen kennenzulernen, interessante Gespräche zu haben, meine Beziehung zu Gott zu stärken und neue Erfahrungen zu machen.

inhk: Wie sind die ersten Wochen verlaufen?
Friederike: Die riesigen Hochhäuser, die vielen Menschen, das Essen, die Gerüche, die Natur – das alles ist so anders als in Deutschland und nach einem kleinen anfänglichen Schock freue ich mich darauf, alles mehr erforschen zu dürfen. Absolute Highlights für mich waren bis jetzt das Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag, eine Wanderung auf dem Dragon’s Back, Abendessen mit Locals, eine Fahrt mit der Star Ferry und der Dragon Dance zum Mid-Autumn Festival. Und egal, wo ich und meine Mitfreiwilligen in den vergangenen Wochen hinkamen, wir wurden immer sehr herzlich empfangen und in die hiesige Kultur eingeführt.

inhk: Was wirst du machen, wenn du in Deutschland zurück bist?
Friederike: Psychologie studieren.

Norma Jamann (18) aus Stuttgart 

inhk: Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden?
Norma: Ich wollte schon immer gerne ein Auslandsjahr machen und als Christ war mir der Aspekt des Zurückgebens und des Glaubens wichtig.

inhk: Warum Hong Kong?
Norma: Ich wollte schon immer gerne nach Asien, und was gibt es Besseres als die Weltstadt Hong Kong?

inhk: Was musste unbedingt in deinen Koffer?
Norma: Meine Ukulele.

inhk: Was erhoffst du dir von dem Auslandsjahr?
Norma: Zu wachsen, stärker zu werden, mehr Vertrauen in Gott zu haben, offener zu werden.

inhk: Wie sind die ersten Wochen verlaufen?
Norma: Ich kann bis jetzt nur Positives berichten. Sei es von der wunderschönen Stadt, dem Essen oder den Leuten, die ich kennenlernen durfte. Ich habe schon viel von der Kultur erfahren, und auch auf zwischenmenschlicher Ebene, zum Beispiel von meinen Arbeitskollegen, einiges gelernt.

inhk: Was machst du, wenn du zurück in Deutschland bist?
Norma: Ich würde gerne Musik studieren.

Regina Jordan (19) aus Heuberg im Landkreis Nürnberg

inhk: Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden?
Regina: Mein Leben ist bisher sehr behütet und normal. Daher habe ich mich für ein Auslandsjahr entschieden. Ich möchte außerdem etwas Soziales und Christliches machen, Gott ein Jahr schenken und etwas komplett anderes erleben.

inhk: Warum Hong Kong?
Regina: Weil es das genaue Gegenteil zu meinem Dorf ist, dazu bunt mit vielen Grünflächen und weit entwickelt.

inhk: Was musste unbedingt in deinen Koffer?
Regina: Hoffentlich alles, was ich brauche, dazu Besteck und viel Sonnencreme.

inhk: Was erhoffst du dir von dem Auslandsjahr?
Regina: Tolle Sachen zu erleben, die ich dann erzählen kann. Ich möchte außerdem ein Jahr aus dem deutschen System, das mit der Schule beginnt und der Rente aufhört, aussteigen.

inhk: Wie sind die ersten Wochen verlaufen?
Regina: Ich finde Hong Kong überraschend grün, und die Mischung aus Bergen, Meer und Hochhäusern begeistert mich. An zwei Feiertagen im Oktober konnten wir miterleben, wie hier gefeiert wird. Besonders schön fand ich das Mid-Autumn Festival, bei dem überall Laternen hängen und man Mondkuchen isst.

inhk: Was machst du, wenn du zurück in Deutschland bist?
Regina: Wahrscheinlich weiter im Landratsamt arbeiten.

Sven Zajonz (19) aus Hagen  

inhk: Warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden?
Sven: Nach der Schule ist es für mich Zeit, das Leben aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben, und mich voll und ganz einer Arbeit und Aufgabe zu widmen, bevor ich wichtige Entscheidungen für meine Zukunft treffen kann.

inhk: Warum Hong Kong?
Sven: Weil ich bereits ein Schuljahr in Hong Kong verbringen durfte, weiß ich, dass es hier eine einzigartige Mischung der chinesischen Kultur mit britischen und allerlei weltlichen Einflüssen gibt. Um meine Faszination der chinesischen Kultur weiter zu befriedigen und auch meine Sprachkenntnisse zu vertiefen, hat es mich zurück in diese für mich wichtige Stadt gezogen. Ich freue mich außerdem auf Reisen in weitere Teile des Reichs der Mitte und hoffe auf einige kürzere Einsätze im Süden Chinas in Guangzhou.

inhk: Was musste unbedingt in deinen Koffer?
Sven: Fotos von meinen Freunden und meiner Familie und ein kantonesisches Wörterbuch.

inhk: Was erhoffst du dir von dem Auslandsjahr?
Sven: Ich hoffe, Unterhaltungen auf kantonesisch führen zu können, ich hoffe auf prägende und wegweisende Begegnungen, auch mit Gott, und so viel wie möglich aus der besonderen Kultur für mein Leben mitzunehmen. Auch auf tolle Reisen hoffe ich.

inhk: Wie sind die ersten Wochen verlaufen?
Sven: Für mich ist es ja bereits der zweite längere Aufenthalt in Hong Kong, nachdem ich im Sommer 2015 bereits für ein Jahr eine lokale Schule besucht habe. Man könnte an Langeweile denken, aber das stimmt nicht. Noch immer ist die Stadt für mich sehr aufregend. Eine große Veränderung im Vergleich zu meinem letzten Aufenthalt ist meine Rolle: Früher war ich Schüler, heute bin ich hier, um zu arbeiten. Durch die Schule und Gastfamilie konnte ich damals schnell gleichaltrige Locals treffen, jetzt habe ich meine Mitbewohner und zwei weitere deutsche Freiwillige, die an der deutschen Schule sind. Ich würde mir daher wünschen, schnell Kontakt zu Hong Kongern zu finden.

inhk: Was machst du, wenn du zurück in Deutschland bist?
Sven: Bisher weiß ich noch nicht genau, was ich nach meinem Volontariat machen will. Ich hoffe, während des Jahres aus meinen Interessen und Fähigkeiten die für meinen Lebensweg b­­­estimmten zu erkennen. 

sb

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