Ein Baum als Ruhestätte

Während auf Friedhöfen in Hong Kong und China selbst für Urnen der Platz ausgeht, wandelt sich die Bestattungskultur im Westen Europas. Feuerbestattungen, die von Christen im letzten Jahrhundert noch als barbarische Sitte bezeichnet wurden, haben sich im Laufe der Jahre zu einer der meistgewünschten Bestattungsformen entwickelt. Wälder, die eigens zu Bestattungszwecken in Ruheforste oder Friedwälder umgestaltet werden, sind sehr beliebt geworden.

Die letzte Ruhestätte! Wer will sich darüber schon Gedanken machen? Den Friedhof empfinden viele Menschen als bedrückend und die damit verbundene Grabpflege oft als nicht mehr zeitgemäße Last. Seit einigen Jahren zeichnet sich hier ein Wandel ab. Der Bestattungswald als Alternative zum Friedhof findet aus verschiedenen Gründen regen Zulauf.

Während es üblich ist, testamentarisch festzulegen, was nach dem Tod mit Hab und Gut passiert, ist es doch immer noch für viele Menschen ein sensibles Thema darüber nachzudenken, geschweige denn sich darüber auszutauschen, was nach dem Tod mit der eigenen sterblichen Hülle passieren soll. Allerdings ist nachgewiesen, dass Menschen beruhigter sind, wenn sie auch das geregelt haben.

An Wäldern mangelt es nicht und die Forstwirtschaftsbetriebe und Waldbesitzer haben ein attraktives Geschäftsfeld erkannt und bieten dem Bedarf entsprechend eine ganz neue Form des Bestattungswesens. In Deutschland finden sich 160 Wälder für Bestattungen, in der Schweiz ca. 100 und auch einige in Österreich. Jeder einzelne Baum in einem dieser Wälder kann als Grabstätte für bis zu zwölf Urnen dienen und das Nutzungsrecht kann bis zu 99 Jahre gelten.

So gibt es Familien und Lebenspartner, die sich ganz entspannt bei einem Waldspaziergang dem Thema nähern und nach einiger Zeit gemeinsam mit dem Förster ihren Baum aussuchen. Berichten zufolge soll es der Seele gut tun und auch der an die Trauerzeremonie anschließende Trauerbesuch in Friedwäldern wird allgemein als angenehm und ungezwungen empfunden.

Wenn dann der Fall der Fälle eintritt, unterliegt die Beisetzung wenigen Zwängen. Die Asche des Verstorbenen muss in einer abbaubaren Urne beigesetzt werden. Trauerzeremonien können, müssen aber nicht abgehalten werden und auch die namentliche Kennzeichnung ist möglich. Pfleger der Grabstätte und Umgebung ist die Natur, Grabschmuck abzulegen, ist nicht erlaubt.

Alles in allem ist diese Form der Bestattung wesentlich kostengünstiger als eine traditionelle Friedhofsbestattung. Angefangen bei erheblich höheren Basiskosten für Gruft, Grabstein und Sarg entfallen auch die Folgekosten für Grabschmuck und Pflege. So kann sich der Besucher unbelastet von derlei irdischen Bürden in Trauer und schönen Erinnerungen ergehen.

ruheforst-deutschland.de
friedwald.de

hp

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