DVF-Fotografin aus Hong Kong

Streetfotografie in der Metropole

Geschichten hinter…
…dem Bild

Fotografen kennen das: Zu jedem Bild könnten sie Geschichten erzählen. Nur Martina Platte hat zu ihrem Bild auf dem Titel dieses DVF-journals 11/16 „keine coole Story“, sagt sie. Um so intressanter ist die Fotografin selbst. Martina Platte, in Hamm geboren, ist soetwas wie die Mutter aller Seefahrer, die auf deutschen Schiffen nach Hong Kong kommen. Als Diakonin steht sie der deutschen Seemannsmission vor, die im Mariner`s Club am Rand des Hafengebiets von Kwai Chung untergebracht ist. Ihr Job ist es, den Seeleuten zuzuhören und ihnen mit Rat und Tat beiseite zu stehen. Sie ist noch oft in Hamm, da wo sie ursprünglich her kommt, und ist engagiertes DVF-Direktmitglied. Und zum Titelfoto sagt sie: „Kein ‚coole‘ Story dahinter. Es entstand als ‚Nebenprodukt‘ bei einem Fashionshooting. Während die Herren Fotografen die Dame umschwirrten, um die Kleider zu fotografieren, habe ich mich einfach mal auf das Gesicht konzentriert, das ich eh viel schöner fand als die Klamotten, die sie trug. Dabei sind einige ganz schöne Portraits entstanden.“ Kht 

Take Away“: Ein Bild von einem traditionellen „Take Away Food Shop“, die leider in Hong Kong  zugunsten der globalen und chinesischen Fast Food-Ketten verschwinden.

Sie ist der DVF-Redaktion bei der Photo + Adventure in Duisburg über den Weg gelaufen. Sympathische Fotografin, sehr aufgeschlossen, viel Fotoahnung – sicher DVF-Mitglied. Tatsächlich. „Und wo kommen Sie her.“ „Aus Hong Kong“. Tatsächlich. Das macht neugierig. Martina Platte ist das einzige DVF-Direktmitglied aus der Metropole an der Südküste von China. Und wie kam sie zum DVF? „Wenn ich beruflich in Europa zu tun habe wohne ich in Hamm/Westfalen und weil ich wissen will was fotomäßig in Deutschland so los ist, bin ich im DVF,“ erklärt die Fotografin, die beruflich für die Deutsche Seemannsmission arbeitet.

Fotografisch arbeitet die kreative Lichtbildnerin professionell. Das belegen nicht nur ihre Erfolge und Fotokalender wie die beiden Produktionen „My Hong Kong“ im Calvendo Verlag (auch amazon, etc.). Martina Platte ist vielfältig, ist in einer Fotogruppe aktiv, organisiert Photowalks in Hong Kong und liebt die Vielfalt dieser Stadt. „Fotografisch ist Hong Kong ein Paradies. Die vielen Menschen, die Geschäftigkeit, das Verkehrschaos, überfuellte U-Bahnen in der Rush Hour und, was die meisten nicht wissen: Es gibt viele hundert Kilometer Wanderwege, die ruhig und leer sind.“ Für das DVF-journal hat das DVF-Mitglied einen Photowalk durch ihre Stadt gemacht und die hier gezeigten Bilder mitgebracht. „Keine Sehenswürdigkeiten. Denn die sind ja im Reiseführer.“ sagt sie. Kht
Info: photographymartina.com

My Hong Kong – my Photowalk

Temple Street“ ist der Nachtmarkt in Hong Kong. Dort kann man allen Schnickschnack bekommen, Souvenirs kaufen. Es ist einer der Touristenmagneten. Die Perspektive von oben fand die Fotografin interessanter, als die Stände, von denen es tausende in der Stadt gibt.

Und los geht’s“: Das Bild entstand in einem noch authentischen Stadtteil, der noch nicht so verbaut ist und wo viele alteingesessene „normale“ Hong Konger leben. Das ist ein offener Friseurladen. Die Mutter brachte ihren Sohn da gerade vorbei.

Die rote Linie“: Eine U-Bahn Linie. Neben Nummern haben die Linien auch Farben. Hier passte es gerade mit der jungen Frau und dem roten Rucksack an der Haltestation.

Good Business“: Diese nette Dame hat ihren Stand auf dem Markt in Wan Chai. Immer  freundlich zu den Kunden.

Fish Monger“: Der Lieblingsfischhändler von Martina Platte auf dem Markt in Wan Chai. Er ist voll cool, nett und hat nichts gegen die Fotos. Er freut sich immer, wenn die Fotografin mit ihrer Kamera auftaucht.

Roadworks“: Hier wurde die Straße neu geteert. Der gute Mann an der Maschine hat drei Extrarunden gedreht, damit viele Fotos entstehen konnten. Er war stolz, dass jemand ihn bei seinem Job fotografiert.

King Ludwig meets Mr. Lui“: Echter Zufallsschnappschuss. Die Fotografin fand es einfach witzig, wie dieser traditionelle Fahrradbote an der Straßenbahn mit der King Ludwig warten musste. „Germany in Hong Kong“.

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