Doulas schaffen ein schönes Ende und einen guten Anfang

Doulas (altgriechisch „doulalei“ bedeutet „Dienerin der Frau“) sind neben Ärzten und Hebammen professionelle Geburtsbegleiterinnen. Im Gegensatz zur Hebamme, die als Geburtshelferin, gegebenenfalls mehrere Geburten in einer Klinik betreut, ist die Doula die gesamte Zeit bei der werdenen Mutter. Das Konzept an sich ist Jahrtausende alt – erfahrene Frauen helfen werdenden Müttern bei der Geburt. Der wiedereinsetzende Trend dahin stammt aus den USA, aber auch in Europa gibt es das Berufsbild vereinzelt. Der Bedarf ist da!

Corinne Konrad ist ausgebildete Doula. Aufgewachsen in einem kleinen Schweizer Dorf hatte sie schon früh den Drang auszubrechen und die Welt zu entdecken. Ihr Weg führte sie in die USA, nach London, Rio de Janeiro und vor einem Jahr nach Hong Kong. In Rio wurde sie zu einer Hausgeburt eingeladen – eine Erfahrung, die Corinnes Leben veränderte und zu ihrer Berufung brachte.

inhk: Was ist die Aufgabe einer Doula?

Als Doula liegt mir die Befindlichkeit der werdenden Mutter, des Neugeborenen und des Vaters am Herzen. Ich würdige die Effekte, die Emotionen auf den Verlauf der Geburtsarbeit haben, und unterstütze die Frau, sich darauf einzulassen und ihre Kraft zu finden. Ein wichtiger Teil sind auch Entspannungs- und Bewegungstechniken, die das Vorankommen der Geburt begünstigen.

Ich treffe mich mit den werdenden Eltern vor der Geburt, um den Ablauf zu besprechen, Fragen zu beantworten, aber auch Wünsche und gegebenenfalls Ängste kennenzulernen. Ich gebe Empfehlungen, wie sich das Paar auf die Geburt vorbereiten kann und wie der Vater während der Geburt aktiv unterstützen kann. Für die Paare ist das ein Coaching, um die Aufgabe des Elternwerdens mit individueller Beratung und Abstimmung besser bewältigen zu können.

Ab dem Zeitpunkt, ab dem ich engagiert werde, bis nach der Geburt bin ich für Fragen und Gespräche verfügbar. Während der Geburt unterstütze ich mit Trost, Ermutigung, Massage – alles, was der werdenden Mutter gut tut. Ich helfe, die Geburtsumgebung möglichst so zu gestalten, dass sich die Frau sicher, beschützt und wohlfühlt, damit sie sich entspannen und auf ihren Körper konzentrieren kann. Vor allem in Hong Kong ist das sehr hilfreich, da hier oft sehr gefühl- und respektlos mit den Gebärenden umgegangen wird, was viel mit der hiesigen Kommunikations- und Gesprächskultur zu tun hat. Forschungen zeigen, dass bei kontinuierlicher Betreuung durch eine Doula während der Geburt oftmals unnötige medizinische Eingriffe vermieden werden sowie die Kaiserschnittrate deutlich gesenkt wird. Nach der Geburt findet dann noch ein Gespräch statt, um das großartige Erlebnis emotional besser zu verarbeiten.

inhk: Wer beauftragt dich und warum?

Werdende Mütter oder Paare, die die Vorteile einer Doula aufgrund einer Empfehlung oder eigener Informationen erkennen, sind Paare, die ihr erstes Kind erwarten, aber auch Eltern mit traumatischen Erfahrungen, die sie bei der zweiten Geburt vermeiden möchten. Mit meiner Unterstützung schaffen Paare die Basis für ein schönes Ende der Schwangerschaft und einen guten Anfang mit dem Baby.

inhk: Wie wird man Doula?

Ich habe mich bei der ältesten, größten und weltweit meist respektierten Organisation DONA International ausbilden lassen, u. a. bei der Hebamme Robin Lim (CNN Hero of 2011). Die Basisausbildung ist ein zehn-tägiges Training in Bali. Dann folgt die praktische Geburtsbegleitung. Zurzeit arbeite ich noch an meiner Zertifizierung, die ich im Frühjahr 2016 abschließe. Die gesamte Ausbildung dauert ca. ein Jahr.

Fortbildungen und Informationsaustausch stellen sicher, dass ich über aktuelles Fachwissen verfüge.

Für weitere Informationen schreibt Corinne corinne@rawandrich.com oder besucht ihre Website raw & rich.

hp

Leave a comment