Dim Sum

Fu Pei Guen, Ngau Yuk Kau & Lai Wong Bao?! Für alle, die hier auch nur Chinesisch verstehen, bringt unser Dim Sum-Guide Licht ins Dunkel!

In Hong Kong führt an Dim Sum (übersetzt “das Herz berühren”) kein Weg vorbei und für alle, die beim nächsten Besuch im Dim Sum-Restaurant bei der Auswahl der Speisen nicht wieder nur Chinesisch verstehen wollen – und das im wahrsten Sinne des Wortes – und eigentlich keine Ahnung haben, was denn da Leckeres in den schönen Bambus-Dämpfkörbchen serviert wird, wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen und haben einen Überblick über die häufigsten Gerichte beim Dim Sum zusammengestellt:

Har Gao

Gedämpfte Garnelen-Dumplings, die von einer hauchdünnen, durchscheinenden Hülle aus Weizenstärke und Tapioka umgeben sind. Darf bei keinem Dim Sum fehlen!

Siu Mai

Ein weiterer Klassiker unter den Dim Sum. Die gelbliche Teighülle wird meist mit Garnelen, Schweinefleisch, Pilzen und Kastanien gefüllt und bleibt nach oben hin geöffnet, wo noch etwas Fischrogen on top kommt.

Xia Long Bao

Mit Schweinefleisch und heißer Suppe gefülltes Teigtäschchen. Vorsicht beim Genießen, die Brühe im Inneren kann sehr heiß sein. Die Dumplings werden in Reisessig mit Ingwer getunkt und stammen aus der Shanghai-Küche – erinnern aber sogar ein bisschen an die schwäbische Küche (Maultaschen).

Char Siu Bao

Gedämpftes und mit herzhaftem BBQ-Schweinefleisch und schmackhafter süßlicher Honig-Essigsauce gefülltes, weiches Brötchen.

Cheong Fan

Reis-Nudelplatten, in die verschiedene Füllungen – meist Garnelen, Schweine- oder Rindfleisch – gewickelt werden. Cheong Fan wird vor dem Servieren  mit Sojasoβe übergossen, der Genuss kann für ungeübte Stäbchenesser aber etwas schwierig werden.

Fu Pei Guen

Gefüllte Röllchen aus Tofu-Haut, meist mit Garnelen, Hühner- oder Schweinefleisch, die entweder frittiert oder gedämpft werden.

Lo Bak Gou

Wird zwar Rübenkuchen genannt, besteht aber aus geriebenem japanischen Rettich, der mit Reismehl vermengt und mit Schinken, Wurst, Garnelen oder Gemüse verfeinert wird, bevor die Masse in eine Riegelform gebracht, gegart und anschlieβend knusprig angebraten wird. Schmeckt besonders gut mit der meist dazu gereichten scharfen “XO Sauce”.

Lo Mai Gai

Klebreis wird zusammen mit weiteren Zutaten – meist Hühnchenfleisch, Pilzen, chinesischer Wurst und Frühlingszwiebeln – in einem Lotusblatt gedämpft.

Fung Zao

Für unseren westlichen Geschmack doch etwas gewöhnungsbedürftig, aber bei fast jedem chinesischen Dim Sum unverzichtbar: Hühnerfüße! Diese werden zuerst frittiert und anschließend in einer süßlich-herzhaften Soße aus schwarzen Bohnen gekocht.

Ngau Yuk Kau

Es gibt sie nicht nur mit Spaghetti und Tomatensoße – auch die Dim Sum-Karte hat Rinder-Hackbällchen zu bieten, und zwar in gedämpfter Form, gut gewürzt und serviert auf Tofu-Haut.

Pai Gwut

Mit Stärke umhüllte und zusammen mit fermentierten Sojabohnen dampfgegarte Schweinerippen-Häppchen.

Siu Yuk

Knusprig gebratener Schweinebauch.

Daan Taat

Diese heiß geliebten klassischen Hong Kong-Eiercreme-Törtchen sind nicht ohne Grund das beliebteste Dim Sum-Dessert.

Jin Dieu

Die in Sesam gehüllten Bällchen aus Klebereismehl werden knusprig frittiert und mit einer süßen Paste (z. B. aus roten Bohnen, Lotus oder Sesam) gefüllt und sind einfach unwiderstehlich …

Ma Lai Go

Ein einfacher, weicher Biskuitkuchen mit braunem Zucker, der im Bambuskorb durch den heißen Dampf gebacken wird.

Lai Wong Bao

Mit Milch-Eiercreme gefülltes und gedämpftes “Soft-Brötchen”, das ähnlich unserer guten, alten Dampfnudel mit Vanillesoße schmeckt.

Beim Dim Sum gibt es ein paar weitere Dinge, die beachtet werden sollten: Es wird geteilt und für die ganze Gruppe gemeinsam bestellt. In vielen Restaurants gibt es keine Speisekarte (falls doch, dann häufig nur auf Chinesisch) und die Gerichte werden direkt vom Speisewagen, der von Tisch zu Tisch geschoben wird, ausgewählt. Die Anzahl der bestellten Speisen wird auf einer Tischkarte abgestempelt und bezahlt wird am Schluss. Zum Dim Sum wird klassisch Tee serviert, woher der Name “Yum Cha” für Dim Sum-Essen kommt, was nichts anderes als “Tee trinken” bedeutet. Als Zeichen der Höflichkeit sollte man immer erst seinen Tischpartnern Tee einschenken, bevor man seinen eigenen Becher füllt und sich mit einem Fingerklopfen (Zeige- und Mittelfinger) auf den Tisch bedanken, wenn einem Tee eingegossen wird. Anders als in der westlichen Küche gibt es das Süße nicht unbedingt zum Schluss und Gerichte wie Daan Taat oder Lai Wong Bao werden gleichzeitig mit den deftigen Speisen serviert.

Katrin Schaible

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