Das Schulsystem in Hong Kong

Zu Zeiten der Kronkolonie ähnelte das Schulsystem in Hong Kong dem britischen System. Seit der Übergabe 1997 hat sich viel geändert. Bedingt durch die internationale Kunkurrenz hat sich der Leistungsdruck erhöht und das Ausleseverfahren wurde dem chinesischen Schulmodell angepasst.

Kindergarten
In Hong Kong ist der Besuch eines Kindergartens keine Pflicht. Alle Kindergärten sind privat und müssen bezahlt werden. Die Preise richten sich nach Halb- oder Ganztagesaufenthalt und sind davon abhängig, in welcher Region der Kindergarten liegt. Mehrkosten für Uniform und Verpflegung kommen hinzu. Die Durchschnittskosten liegen zwischen 35.000 und 50.000 HK$ pro Jahr. Die Regierung subventioniert jedes Kind mit 22.510 HK$.

Die meisten Eltern versprechen sich viel davon, ihre Kinder möglichst früh zu fördern und schicken sie daher bereits mit drei Jahren in den Kindergarten. Dort lernen sie Lesen und Schreiben und in vielen Fällen sogar mehrere Sprachen wie Englisch, Kantonesisch und Mandarin.
Kinder, die einen Kindergarten besucht haben, verbessern ihre Chance auf die begehrten Plätze an einer guten Grundschule, da sie einen Wissensvorsprung haben.

Grundschule
Für alle Kinder zwischen 6 und 15 Jahren herrscht Schulpflicht. Die Schüler besuchen zunächst eine sechs Jahre dauernde Grundschule. In jeder Grundschule wird Englisch und Kantonesisch unterrichtet, Mandarin als Fremdsprache sowie Mathe, Naturwissenschaften, Sport, Musik, Kunst und Sachkunde. Wenn die Schule einer Konfession folgt, gibt es auch das Fach Religionslehre.
Am Ende der letzten drei Grundschuljahre stehen intensive Abschlussprüfungen, die über die zukünftige Schullaufbahn entscheiden. Es ist sehr wichtig, nach der Grundschule auf eine gute weiterführende Schule zu gelangen, um danach die Voraussetzungen für den Besuch einer akkreditierten Universität zu schaffen.

Weiterführende Schule
Die weiterführenden Schulen sind aufgeteilt in eine Unter- und Oberstufe.
Nach drei Jahren endet die Schulpflicht mit der Unterstufe.
Unterteilt ist die Oberstufe in die Kategorien 1, 2 und 3, die sich nach ihrem akademischen Ansehen richten. Die Chancen, einen Studienplatz an einer Universität zu bekommen, erhöhen sich, je besser die Kategorie der Oberstufe ist, die ein Schüler besucht hat.

Seit 2012 dauert die Oberstufe nur noch sechs Jahre, und am Ende der Schulzeit gibt es anstelle der Hong Kong Certificate of Education Exam (HKCEE)- und Hong Kong Advanced Level Examination (HKALE)-Prüfung nur noch eine Abschlussprüfung, das Hong Kong Diploma of Secondary Education (HKDSE). Das HKCEE entspricht der deutschen Mittleren Reife und das HKALE dem deutschen Abitur.
Danach können die Schüler zur Universität wechseln. Man nennt diesen Bildungsplan das 3–3–4–System: 3 Jahre Unterstufe, 3 Jahre Oberstufe und dann 4 Jahre Universität.
Die HKDSE-Prüfung besteht aus vier Kernfächern: Englisch, Mathe, Chinesisch und einer weiteren Sprache. Die Schüler wählen dann zwei oder drei Fächer aus einem Angebot von 20, das von Naturwissenschaft bis Technologie und Kunst reicht.
Die HKDSE wird mit Punkten benotet (5**,5*,5,4,3,2,1). Die höchste Note ist 5**, die niedrigste ist 1. Im Allgemeinen muss man mindestens 3 Punkte in Englisch und Chinesisch und 2 Punkte in Mathe und Sprachen bekommen, um studieren zu können. Nur wer die Anforderungen erfüllt, kann sich um einen Universitätsplatz bewerben.

Universität
Es gibt in Hong Kong 20 Hochschulinstitutionen. Die Studiengebühren betragen für einheimische Studenten 42.100 HK$ pro Jahr und für internationale Studenten 146.000 HK$ pro Jahr. Universitäten mit gutem Ruf sind The University of Hong Kong (HKU) und The Chinese University of Hong Kong (CUHK) sowie Hong Kong University of Science and Technology (HKUST).
Die meisten Bachelor-Studiengänge dauern vier Jahre. Nach dem Abschluss kann man den Master anschließen.
Studiengänge im Ausland sind heutzutage sehr gefragt – die beliebtesten Länder sind Großbritannien, USA und Australien.

Dawn Ho

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