Chinesische Bauwerke

Modern, bizarr, hässlich oder einfach nur cool?

Die Zeit der modernen Architektur in China begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis zur Gründung der Volksrepublik 1949 war sie eine Integration von chinesischen und europäischen Stilelementen. Dank der groß angelegten und geplanten Wirtschaft entwickelten sich dann Bauwesen und Architektur stürmisch. Entwicklungsphasen wie „Zurück zum Alten“, der sozialistische Neo-Baustil und schließlich der Guangzhou-Baustil folgten. Seit Anfang der 80er Jahre öffnet sich die chinesische Architektur immer weiter nach außen, wobei mehr und mehr fremde Bauelemente eingeführt werden. Somit wird die moderne chinesische Architektur immer vielfältiger und ausgefallener. 

Für Architekten scheint China ein Schlaraffenland zu sein, in dem sie sich austoben können:  

Spaziergang über dem Abgrund
Yuanduan-Skywalk (am Ende der Wolken), Chongqing
Beim Betreten der längsten freitragenden Glasbodenbrücke der Welt sollte man schwindelfrei sein. Der Skywalk ragt 27 m weit ins Freie, über einem 700 m tiefen Abgrund. Der Blick auf die Schluchten der Provinz Sichuan ist beeindruckend.

Kick durch Schluchtenblick
Zhangjiajie Grand Canyon Glass Bridge
Im August wurde die weltweit höchste und längste Glasbrücke eröffnet und wenige Wochen später vorübergehend gesperrt. Statt der erlaubten 8.000 Besucher sind täglich mehr als 10.000 gekommen. Das hat Probleme bei Soft- und Hardware verursacht.
Die 430 m lange und sechs m breite Brücke mit Bodenplatten aus durchsichtigem Glas hängt 300 m über einem Canyon im Nationalpark Zhangjiajie.
Nächstes Jahr soll auch Bungee Jumping und das Abhängen auf riesigen Schaukeln von der Brücke möglich sein.

Kaiserlich trendig!
BMW Museum, Peking
Drapiert mit roten Stofflagen, die auf traditionell chinesische Torbögen hinweisen, der Rest weiß und hochglänzend, zeigt das Vintage-Museum eine Kollektion historischer BMW-Modelle, die sich auf einer Edelstahlfläche spiegeln. Eröffnung demnächst.

Ei, ei Futura
National Grand Theatre, Peking
Inmitten eines künstlich angelegten Sees befindet sich die neue Oper der Hauptstadt, auch The Egg genannt. Der Eingang des aus Glas und Titan bestehenden Gebäudes liegt unterhalb des Sees: Ein knapp 100 m langer Korridor unter Wasser.

Das Phallussymbol
People’s Daily New Headquarters, Peking
Ein Foto löste schon vor Fertigstellung im Internet große Debatten aus!

Der Hingucker
Kulturzentrum, Wuxi, Jiangsu
Die Teekanne ist 38,8 m hoch und hat einen Durchmesser von 50 m. Die berühmten Tonkannen aus Yixing, einer östlichen Provinz, dienten als Vorlage.

Und immer höher
Phoenix Towers, Wuhan, Hubei
Mit einer Höhe von 1.000 m werden die Türme 2018 zu den zweithöchsten Gebäuden der Welt zählen. Der höhere Turm “Feng” repräsentiert den männlichen Aspekt chinesischer Kultur, der kleinere “Huang” den weiblichen. Sie befinden sich auf einer Insel inmitten eines Sees.

Vom Himmel gefallen
Ordos Art & City Museum, Ordos, Innere Mongolei
Wie ein Raumschiff in einer Geisterstadt.

Schale aus Gitterstrukturen
Harbin Opera House, Heilongjian
Die Oper befindet sich auf einer kleinen Insel im Songhua Jiang- Fluss. Das Gebäude erinnert an eine vom Wind geformte und zu Eis erstarrte Landschaft aus weiß glänzendem Metall, aus der zwei kristalline Kerne herausquellen.

Modernes Feng Shui
Guangzhou Circle, Guangdong
Am Pearl River gelegen, ist es das höchste runde Bauwerk der Welt mit fast 50 m und einem offenen Loch von 48 m in der Mitte. Es dient als Bürogebäude der Firmen Hongda Xingye Group und Guangdong Plastic Exchange.

Misslungen?
The Fang Yuan Building, Shengyang, Liaoning
Entstanden nach Vorlage einer alten chinesischen Münze.
„One of the world’s ugliest buildings”,
schreibt die Presse.

Gebäude mit besonderen Formen sollen künftig nicht mehr gebaut werden, hat die chinesische Regierung nun beschlossen!

ct

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