Chinese New Year: Brauchtum und Bedeutung

Im Westen gibt es blaue Briefe, die bekanntlich nichts Gutes verheißen. In China werden rote Umschläge verteilt – und die sind immer willkommen.

Zum bevorstehenden Jahreswechsel werden traditionelle Spezialitäten gereicht. Insbesondere Reiskuchen, genannt Nian Gao, sind bei den Chinesen dieser Tage ein Muss. Nicht zuletzt weil die klebrig-süße Speise mit getrockneten Früchten Glück bringen soll.

Für das westliche Auge an jeder Straßenecke Hong Kongs zu erspähen, sind die chinesischen Süßwarenschachteln, die, passend zu den chinesischen Glückszahlen, aus 6–8 Sorten bestehen. Die in den Schachteln befindlichen getrocknete Früchte werden im Zuge der Feierlichkeiten verspeist: Melonenkerne stehen für Glück, Lotus-Samen versprechen viele Kinder, Schokoladen-Münzen symbolisieren Geldfluss, getrocknete kandierte Kokosnuss gilt als Zeichen der Zusammengehörigkeit und Erdnüsse verheißen ein langes Leben. Der rote Umschlag, in China Hong Bao, in Hong Kong auch Lai See genannt, der sich in der Mitte der Boxen befindet, steht für die Extraportion Glück im neuen Jahr.

Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten überreichen den Kindern auch Zuhause den Hong Bao, der in der Regel einen neuen 100 Yuan-Schein bzw. eine 100 HK$-Note enthält. Er ist aber auch fester Bestandteil der chinesischen Unternehmenskultur. Es ist Usus, der Belegschaft vor oder direkt nach dem Neujahrsfest einen roten Umschlag zu überreichen. Er muss immer mit beiden Händen überreicht und ebenso beidhändig angenommen werden.

Orangen und Mandarinen sind die Hauptsymbole des chinesischen Neujahrs (CNY). Mandarinen stehen für Reichtum und Orangen für das Glück. Folglich werden Orangenbäumchen im Miniaturformat zu Hause und im Büro aufgestellt.

Fenster und Türen werden dieser Tage geöffnet, um das Glück hereinzulassen. Die über Nacht angelassenen Lichter im Haus leuchten dem Glück den Weg und schrecken böse Geister ab. Über die Feiertage wird der Boden nicht gefegt; sonst läuft man Gefahr, das Glück gleich wieder hinauszukehren.
Das Haus wird vorab für das neue Jahr geputzt, damit das Glück gleich am ersten Tag Platz findet.

Der dritte Tag des CNY heißt „Lucky Money Day”. In Shatin findet am 7. Februar das größte Pferderennen des Jahres statt, bei dem der Inhalt der roten Umschläge gerne wieder verspielt wird.

Der überall zu sehende Lion Dance gilt als glückbringendes Ritual. Wohlhabende Familien und auch zunehmend Firmen engagieren solche Auftritte.

So manch ein Hong Konger glaubt, ein Tempelbesuch sei der perfekte Weg, um die Gunst der Gottheiten zu gewinnen. Dementsprechend lässt sich in den Tempeln das traditionelle Treiben beobachten.

Einfluss auf das Leben in der Stadt
Hong Kong ist über die Feiertage ungewohnt verwaist. Die meisten Büros und viele Geschäfte in Hong Kong haben geschlossen – und selbst die Supermärkte öffnen nicht durchgehend.

Feuerwerk
Am 6. Februar um 20 Uhr findet das, im Vergleich zum Jahreswechsel nach westlichem Kalender, deutlich imposanter ausfallende chinesische Feuerwerk im Victoria Harbour statt. Das Spektakel dauert 25 Minuten.  

ct

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