Auf der Suche nach den skurrilsten Orten zum Heiraten

Um dem überwältigenden Gefühl ihrer Liebe den passenden Ausdruck zu verleihen, entscheiden sich manche Paare dazu, ihr Ja-Wort an sehr ungewöhnlichen Orten zu verkünden.
Langweilig war gestern! Eine kleine Auswahl:

McWedding – hier ist der Name Programm
Klingt skurril und das ist es auch! Geheiratet wird bei der internationalen Fastfood-Kette McDonald’s. Was sich für viele Europäer unglaublich anh
ört, ist in Hong Kong der neueste und sehr beliebte Trend. Ein Pärchen, das sich bei McDonald’s kennenlernte, feierte der Nostalgie zuliebe als Erstes eine Hochzeit mit rund 50 Gästen inmitten von bunten Figuren, Burgern und Pommes. Für 9.999 HK$ kann das Brautpaar eine von drei Filialen für ca. zwei Stunden mieten und seinen bis zu 100 Gästen eine unvergessliche Party bieten. Wer trendbewusst ist und zudem keinen allzu großen Wert auf Romantik legt, kann sich zwischen den rund 1.300 Wolkenkratzern Hong Kongs vermählen lassen.

Kopfüber ins Glück
Wem die Hochzeit selbst noch nicht genug Glücksgefühle beschert, kann mit einem gewaltigen Adrenalinkick nachhelfen: Bei der Bungee Jumping-Hochzeit ist es möglich, die Trauung an der Absprungrampe zu vollziehen und sich anschließend, während des Sprungs, das Ja-Wort entgegen zu rufen. Allerdings muss die Braut, wegen Verletzungsgefahr, hier auf den Schleier und ein langes Brautkleid verzichten. Der Standesbeamte sollte außerdem keine Höhenangst haben und auch Braut und Bräutigam sollten in der Lage sein, das Ehegelöbnis schwindelfrei über die Lippen zu bekommen.
Bevor sich das mutige Brautpaar „in die Ehe stürzt“, werden vor den Augen der Trauzeugen und der Gäste noch die Ringe getauscht. Auf eine ausgelassene Feier am Rande der Klippe muss jedoch meist aus Platzmangel verzichtet werden, hier steht eher der sportliche Aspekt für die ganz Wagemutigen im Vordergrund.

Einfach abtauchen
Wer es etwas tiefgründiger mag, kann sich auch unter dem Meeresspiegel in bis zu zwölf Meter Tiefe trauen lassen. Eine Unterwasserhochzeit stellen sich die meisten allerdings romantischer vor, als es in der Realität aussieht. Außer dem Standesbeamten und den Trauzeugen ist niemand dabei. Auch auf den Kuss zur Eheschließung muss das Brautpaar verzichten, bis es wieder festen Boden unter den Füßen hat. Der wohl berühmteste Ort für die Unterwasserhochzeit ist die Insel Koh Kradan kurz vor Thailand. Auf der „Island of Love“ werden jährlich am Valentinstag mehrere Paare hintereinander unter dem Meeresspiegel inmitten von exotischen Meeresbewohnern verheiratet. Um die Korallenringe tauschen zu können, müssen alle Anwesenden über einen Tauchschein verfügen. Direkt nach der Trauung können die frisch Vermählten mit anderen Paaren Cocktails am Strand genießen.
Der Wermutstropfen: Familienangehörige und Freunde verfügen meistens nicht über einen Tauchschein und auch die Zeremonie geht eher schnell als romantisch über die Bühne. Zudem ist eine Unterwasserhochzeit für deutsche Staatsbürger leider nicht rechtsgültig, weshalb sie noch durch eine standesamtliche Hochzeit ergänzt werden muss.

Kalte Füße vor der Hochzeit? Prima!
Das kleine Igludorf Kakslauttanen in Finnland bietet eine kirchliche Trauung in der Eiskapelle, komplett mit Rentierschlitten für Braut und Bräutigam. Imposante Eisskulpturen und eine Eisbar machen die Hochzeit für alle Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wer der atemberaubenden Landschaft Finnlands nicht gleich nach der weißen Trauung den Rücken kehren möchte, kann ein siebentägiges Urlaubspaket im Glasiglu mit Blick auf den Sternenhimmel und die Polarlichter buchen.

visitfinland.com

Hochzeit auf Wolke sieben
Romantischer geht’s nicht – das Ja-Wort über den Wolken. Paare, die so denken, haben verschiedene Möglichkeiten. Allerdings gilt zu beachten, dass eine Hochzeit in der Luft durch eine standesamtliche ergänzt werden muss, damit der Ringtausch auch auf dem Papier rechtsgültig ist.
Wer für den schönsten Tag im Leben tatsächlich ein Flugzeug chartern will, kann schon auf dem Weg in die gemeinsamen Flitterwochen heiraten. Die Vermählung findet in ca. 15.000 Metern Höhe statt und kann oftmals von Hochzeitsagenturen in Kooperation mit Privatjetanbietern organisiert werden.

Eine günstige Alternative zum Privatflugzeug und trotzdem nicht minder aufregend, ist eine Hochzeit im Heißluftballon. Hier kann man sich den Wind um die Nase wehen lassen, während die Landschaft unter einem vorbeizieht und das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch gar nicht mehr aufhört. Der Ballon bietet Platz für maximal zehn Gäste, das Festzelt zur gemeinsamen Hochzeitsfeier kann als Ziel der Ballonfahrt festgelegt werden.
Ob im Flugzeug oder im Heißluftballon: Die Gästekapazität ist begrenzt, weshalb diese Art der Trauung doch eher für eine kleine Runde geeignet ist.

Bei allen Überlegungen zur Gestaltung der Feierlichkeiten sollte jedoch nicht vergessen werden: Eigentlich geht es nicht um „höher, schneller, weiter“, sondern um die Liebe.
Doch egal wie skurril, extrem und ausgefallen – die eigene Hochzeit wird immer die schönste sein. 

Antonia Bittmann

Leave a comment