Acht Fakten zur Geflügelhaltung in Hong Kong

  1. Der Großteil der Einwohner Hong Kongs kauft Schweine- und Geflügelfleisch auf den wet markets, jenen Open-Air-Läden ohne Kühleinrichtungen, die frisch geschlachtete Tiere anbieten. Das Gros der dort vertriebenen Ware (94% des frischen Schweinefleischs und 100% des frischen Rindfleischs) stammt von den Farmen aus dem Festland Chinas; China ist für Hongkong der einzige Lieferant von Lebendvieh.
  2. Täglich werden 7.000 Hühner aus China nach Hong Kong importiert, weitere 12.000 Vögel stammen von den Farmen Hong Kongs. Dabei sind laut Agriculture, Fisheries and Conservation Department (AFCD) 29 der insgesamt 2.400 im gesamten Gebiet ansässigen Farmen als reine Geflügelfarmen klassifiziert.
  3. In der Landwirtschaft ist eine Verschiebung vom traditionellen Reisanbau zur Haltung von Nutztieren und dem Anbau von Gemüse zu erkennen. Der Trend innerhalb der Lebendviehindustrie geht laut AFCD zu weniger, dafür aber größeren Farmen.
  4. Das Frischfleisch (außer Geflügel, s. u.) der Sonderverwaltungszone Hong Kong stammt aus lizensierten Schlachthäusern in Sheung Shui, Tsuen Wan und Cheung Chau. Die tägliche Anzahl geschlachteter Tiere liegt im Durchschnitt bei 4.350 Schweinen, 77 Rindern und 29 Ziegen.
  5. Lebendgeflügel wird zunächst zum Temporary Wholesale Poultry Market in Cheung Sha Wan transportiert. Dort werden die Papiere der Tiere geprüft und stichprobenartige Untersuchungen durchgeführt. Die Vögel werden von dort aus weitervertrieben. Ihre Schlachtung erfolgt dezentral über verschiedene, oft familiär geführte Geflügelschlachtungen.
  6. Über den Cheung Sha Wan Temporary Wholesale Poultry Market wurden 2013 alleine 12.537 Tonnen Geflügel umgesetzt.
  7. Viele Jahre wurde über die Notwendigkeit eines zentralen Geflügelschlachthauses debattiert, insbesondere als Antwort auf den Ausbruch von H5N1 im Jahr 1997. In einer Presseerklärung vom Juni 2010 erklärte die Regierung das Vorhaben jedoch für derzeit nicht relevant und unwirtschaftlich. Zudem hätten die bereits getroffenen Vorkehrungen das Risiko einer weiteren Pandemie signifikant verringert.
  8. Die Frage, ob Lebendgeflügel weiter verkauft werden sollte, wird wieterhin komtrovers diskutiert. Um den Kontakt zwischen Mensch und Tier so gering wie möglich zu halten, wäre ein von der Regierung gelenktes und zentrales Schlachtungssystem sinnvoll.

Nina Gassauer

Leave a comment