Schönheitseingriffe bei Hunden

Bruno und Tia, beide ca. zwei Jahre alt, kamen von einem Züchter zu Okka Scherer, Leiterin der Tierpflegestation Villa Kunterbunt, da seit März 2017 die Gesetze in Hong Kong verschärft wurden. Züchter dürfen nur noch eine bestimmte Anzahl von Tieren halten, abhängig von Zwingeranzahl und -größe.

Wie man sieht, wurde Tia die Rute kupiert.
Unter dem Eingriff Kupieren versteht man die operative Kürzung der Ohrmuschel bzw. der Rute.
In Deutschland wurde 1998 das Kupierverbot für Hunderuten in das Tierschutzgesetz aufgenommen. Das Kupieren der Ohren ist in Deutschland bereits seit 1986 verboten.
Früher waren solche Verstümmelungen bei vielen Rassen (z. B. Dobermann, Boxer, Schnauzer, Doggen und Pinscher) durch die Rassestandards gefordert. Ein „Schönheitsideal“ mit fatalen Folgen für die betroffenen Tiere.

Bei der Ohrkupierung wird einem ca. sieben Wochen alten Hund eine Kupierschablone angelegt. Überstehende Teile des Ohres werden mit einem Skalpell abgeschnitten. Mehrere Adern und Nervenstränge werden dabei durchtrennt, die durchtrennten Adern abgedrückt und die Reste des Ohres vernäht. Über zwei bis drei Wochen wird das übrig gebliebene Drittel des Ohres mit Klebeband hochgebunden.

Abgesehen davon, dass dieser Eingriff extrem schmerzhaft ist und möglicherweise chronische Gesundheitsschädigungen zur Folge hat, nimmt man den kupierten Tieren auch typische Ausdrucksmittel. Dies kann zu Kommunikationsproblemen mit Artgenossen und zu Verhaltensstörungen führen.

In Hong Kong wird leider immer noch kupiert – einfach, weil es immer schon so gemacht wurde.

Lisa Güthoff

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