Elektroschrott-Recycling

Im April 2018 wurde in Hong Kong die erste und vorläufig einzige Elektroschrott-Recyclinganlage in Betrieb genommen. Verwertet werden Kühlschränke, Klimaanlagen, TVs, Computerbildschirme und Laptops. Die deutsche Firma Alba hat das Projekt WEEE·Park (Waste Electrical and Electronic Equipment) geplant und ausgeführt.

Die Ausschreibung enthielt Auflagen wie z. B. die 30.000 m² umfassende Anlage zu einem Drittel zu begrünen. In einer Rekordzeit von nur zwei Jahren konnte der Betrieb im April starten. Ein Großteil der Maschinen wurde in Deutschland hergestellt, zusammengebaut und mit 80 Containern nach Hong Kong verschifft. Bezüglich der Finanzierung ist nach einer Übergabephase das Enviromental Protection Department zuständig. Das Team von 130 Mitarbeitern besteht dann ausschließlich aus Hong Kong-Chinesen.
Parallel zu diesem Projekt wird das Gesetz „Producer Responsibility Scheme“ in Kraft treten, das die Finanzierung sicherstellt. Das bedeutet, dass die Hersteller für die Entsorgung ihrer Geräte bezahlen und auf diesem Weg in die Verantwortung genommen werden. Mit diesen Abgaben sollen zukünftig die Finanzierungen für Recyclinganlagen sichergestellt werden.

In Hong Kong gibt es nun fünf Recycling Collecting Center. Die Hotline ist 24 Stunden erreichbar und die Abholung kostenlos. Es wird geschätzt, dass Hong Kong jährlich ca. 80.000 Tonnen Elektroschrott produziert. Die Anlage ist derzeitig auf 30.000 Tonnen ausgerichtet, kann aber durch Ausbau und Umstellung auf Mehrschichtbetrieb erweitert werden.

Die Rückgewinnung der Rohstoffe Aluminium, Eisen und Kupfer liegt bei 80%, wobei der Nachweis zur Rückführung in den Rohstoffkreislauf ein Bestandteil der Zertifizierung darstellt. Ein zusätzlich positiver Aspekt: Altgeräte, insbesondere Waschmaschinen, werden geprüft, wenn möglich repariert und an Bedürftige verschenkt.

Ein großes Problem stellt die Entsorgung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) dar, die technisch sehr aufwendig und teuer ist. Noch werden für den chinesischen Markt Kühlschränke mit FCKW hergestellt. Das soll nun mit dem Gesetz, dass die Hersteller für die Entsorgung aufkommen müssen, unattraktiv gemacht werden.

Bei Alba wird akribisch Buch geführt: In 1.200 verplombten Stahlkäfigen werden die Geräte vor der Verarbeitung barcodetechnisch erfasst, registriert und gewogen. Ein IT-gesteuertes Logistikmonster, um die zwingend erforderliche Transparenz zu schaffen.

Die größte Herausforderung liegt nun allerdings darin, dass diese neuartige Möglichkeit der Entsorgung von der Bevölkerung angenommen wird.

An die Anlage angeschlossen ist ein Informationscenter, in dem z. B. Unternehmen und Schulen das System erklärt wird, um damit Engagement zum Mitmachen zu schaffen.

Ein langer Weg bis zu einer ganzheitlichen nachhaltigen Wiederverwertung, aber die ersten großen Schritte in die richtige Richtung sind getan.

Das Recycling von Kleingeräten wie Toaster, Fön und Spielekonsole gibt es noch nicht, sollte aber ein nächster Schritt sein.

Hotline: 2676 8888
weee.com.hk

hp

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