Geburtsort des Buddhismus in Hong Kong

Die Tsing Shan Monastery liegt mitten in den Bergen von Tuen Mun, unterhalb des Castle Peaks, und gehört zu einer der ältesten Klosteranlage Hong Kongs. Bruce Lee-Fans kennen sie, weil sie Drehort der Eröffnungsszenen vom Kung Fu-Film „Enter the Dragon“ (Der Mann mit der Todeskralle) war.

Der Buddhismus wurde erstmals zur Zeitenwende aus Südostasien kommend nach China gebracht, konnte sich aber damals aufgrund mangelnder schriftlicher Überlieferung nicht verbreiten. Mitte des fünften Jahrhunderts übernachtete einer Legende nach ein indischer Mönch in einer Höhle am Berghang des Castle Peaks. Begeistert von der schönen Umgebung meditierte er dort. Nicht weit entfernt lagen die Kasernen des damaligen Garnisonsortes Tuen Mun. Der Mönch besuchte die Soldaten in ihren Lagern und unterwies sie in spirituellen Dingen – andere Mönche gab es zu jener Zeit noch nicht. Er erhielt den Namen Master Pei Tu, lebte weiterhin in seiner Höhle auf dem heutigen Klostergelände und blieb für viele Jahre. Deshalb gilt dieser Ort, wo alles begann, als Wiege des Buddhismus in Hong Kong.

Nach Pei Tus Abreise im hohen Alter wurde die Höhle von einer Nonne bewahrt und verehrt. Ebenfalls einer Legende nach besuchte sogar Bodhidharma, Gründer des Zen-Buddhismus in China und Japan, im siebten Jahrhundert diese Höhle, woraufhin sie zur bedeutenden Pilgerreise für einheimische Buddhisten wurde.

Die Anlage
Der gesamte Komplex besteht aus mehreren Gebäuden, Pagoden, Torbögen, Statuen und Grabstätten.

1829 baute der To Clan den taoistischen Tempel Tsing Wan Kwun. 1914 wurde Chan Chun Ting zum Abt des Tempels ernannt. Er kaufte Land und erweiterte die Anlage. 1918 konvertierte er jedoch zum Buddhismus. In den darauffolgenden Jahren entstand unter seiner Leitung das buddhistische Tsing Shan-Kloster direkt daneben.

 

Auf dem Tsing Shan Monastery Path passiert man bereits das erste von drei Eingangstoren, die typisch für eine buddhistische Bauweise sind. Auf jedem der Torbögen sind religiöse Verse eingraviert. Nach dem Parkplatz führt der Pfad einige Stufen hinauf durch ein zweites Tor, vorbei an den Statuen der vier überirdischen Könige und dem Heiligenschein des Erdgottes, zur ersten Ebene der Anlage. Auf der zweiten befinden sich links buddhistische Ahnengedenkhallen der Tsing Shan Monastery und rechts die taoistischen Tsing Wan Kwun-Gebäude mit äußerst modernen Grabstätten. Eine kleine Halle trennt die zwei Komplexe. Auf dieser Ebene liegt auch die für Besucher geöffnete Kantine.

Das eigentliche Heiligtum aber befindet sich auf der dritten Ebene. Das Hauptgebäude „Daxiong Baodian“, traditionell im Guangdongstil erbaut und mit Shiwan-Keramikfiguren geschmückt, beherbergt „Siddhartha Gautama“, Begründer des Buddhismus, den Buddha des unermesslichen Lichtglanzes und den Buddha der Heilung sowie eine hundertarmige Kwan Yum umgeben von Hunderten kleiner goldener Buddhafiguren.

Hinter dem Gebäude führt ein Pfad zum Gott der Barmherzigkeit und zur Grotte von Pei Tu.

Vor dem dritten und letzten Torbogen weist rechts ein Weg zum „Fangzhang Shi“, einer Ruine inmitten eines Bambushains, dem mystischen Drehort des Filmes „Enter the Dragon”.

Abgesehen von täglichen Ritualen werden auch Ordinationen für buddhistische Novizen in der Tsing Shan Monastery durchgeführt. Ungefähr ein Drittel der Mönche Hong Kongs haben hier ihren Eid abgelegt.

Anreise ab Central
Citybus Nr. 962X bis zur Endstation, Taxi zur Monastery 青山禪院.
Für Autofahrer: Parkplätze sind vorhanden.
Wer mit der MTR nach Tuen Mun fahren möchte, sollte sich an der MTR-Station ein Taxi nehmen und nicht wie empfohlen weiter mit der Light Rail Line 610 oder 615 zur Tsing Shan Tsuen Station fahren. Dort ein Taxi zu erwischen, ist sehr unwahrscheinlich. Es bleibt dann nur ein 30-minütiger Fußweg den Tsing Shan Monastery Path hinauf.

 ct

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