Fasten???!

„Fasten? Nein, das schaffe ich nie!” So oder ähnlich denken bestimmt viele. Das waren auch meine Gedanken, als ich die Anzeige für das Buchinger Heilfasten sah. Und doch – wäre es nicht super, die eigene Esslust unter Kontrolle zu bekommen? Ein bisschen abzunehmen? Vom ersten Gedanken bis zur tatsächlichen Ausführung verging bestimmt ein halbes Jahr. Endlich meldete ich mich zum Fastenkurs an. Schon Tage vorher beobachtete ich mich selbst und mein Essverhalten. Wie sollte es ohne Essen gehen?

Und so kam ich zitternd zum ersten Fastentreffen. Naja, sagte ich mir, wenn es nicht klappt, klappt es nicht. In unserer kleinen Gruppe, alles Fastenunerfahrene, war ich nicht die Einzige mit dieser Besorgnis. Unsere Gruppenleiterin war aber ganz ruhig: „Bei mir hat noch keiner aufgegeben.“ Nur kein Stress!

Bewaffnet mit einer Einkaufsliste stürzte ich mich zwei Tage später in den Supermarkt. Kräutertees, Gemüse, Honig, Zitronen en masse … Wer hätte gedacht, dass man zum Nichts-Essen so viel einkaufen muss?

Und dann ging es mit den zwei Vorbereitungstagen los. Da isst man weniger, um den Körper auf das Fasten einzustellen.
Meine Helferin hat für mich gekocht. Braunen Reis und Zucchinigemüse. Ich ging mit meiner Kollegin in die Mensa. Es sah so aus, als ob ich ganz normal essen würde, mit meinem Töpfchen Reis und meinem Gemüse. Geschmeckt hat es allerdings nicht so fantastisch. Das Essen war ohne Fett und ohne Salz. „ Mal sehen, ob Du das schaffst“, grinste meine Kollegin, während sie selbst ihre Nudeln in scharfer Suppe schlürfte.
Nach den beiden Tagen fand ich Essen schon nicht mehr so attraktiv. Wenn es auch so schmeckt …
Dann ging es los mit dem Fasten. Über den Tag verteilt, nahm ich wohl so drei Liter Flüssigkeit zu mir. Mineralwasser, Saft, Gemüsebrühe. Natürlich hatten wir am ersten Fastentag ein Mittagessen mit allen Kollegen. Der Tisch bog sich unter den vielen Speisen. Aber ich schaute nur ein bisschen sehnsuchtsvoll auf chinesische Brötchen und fettes Schweinefleisch und genoss trotzdem meine Fastensuppe. War doch gar nicht so schwer! Und gleich konnte ich damit in unserer Fasten-WhatsApp-Gruppe angeben! Meine Mitkämpferinnen waren aber nicht weniger erfolgreich, sie kauften an wohlriechenden Brotständen für die Familie ein und kochten für alle, nur nicht sich selbst. Ich lernte dabei, dass man selbst das Wenige schön anrichten und genießen kann. Darin waren meine Mitstreiterinnen wahre Expertinnen!

Naja, und dann muss man beim Fasten auch abführen. Das ist nicht so richtig toll. Es wurde allerdings von Tag zu Tag leichter.
Langsam wurden meine geschwollenen Beine dünner. Mein Bauch wurde kleiner. Mein Mann, der auch mitmachte, wurde jeden Tag glücklicher. Er schnarchte weniger, schlief besser, wachte von Tag zu Tag ausgeruhter auf.
Ich war allerdings ziemlich müde, da ich es nicht schaffte, früher ins Bett zu gehen. Zum Glück gab es das Wochenende, und ich entdeckte wieder den Mittagsschlaf.
Täglich ging ich raus spazieren. Das war sehr schön, man sollte wirklich nicht den ganzen Tag nur drinnen verbringen. Ich entdeckte schöne Ecken ganz in der Nähe meiner Arbeit. Und unser Hund freute sich jeden Abend, etwas mehr zu laufen.
Und wupps, waren sechs Fastentage vorbei. Wir trafen uns in der Gruppe, und langsam löffelten wir unser erstes festes Essen – wir hatten die Wahl zwischen Apfel und Kartoffel. Schmeckte super. Sehr schnell waren wir gesättigt.

Dann kamen noch zwei Aufbautage. Langsam gewöhnten wir uns wieder an normales Essen. Wir jubilierten über Stückchen in der Suppe. Hüttenkäse auf dem Knäckebrot. Und waren mächtig glücklich, es geschafft zu haben.

Geht doch. War doch gar nicht so schwer.

Und in der Zukunft? Würde ich das wieder machen? Auf jeden Fall. Die nächste Fastenwoche ist schon in der Planung!

Annette Frömel

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